Welt-Klimakonferenz in Kopenhagen (Markus Niedermair, Kathrin Hebel, Franko Petri)
>>> Samstag, 19.12.2009
Vom Audimaxismus zum Klimaxismus
Eine neue Bewegung ist geboren – 10.000 Menschen hungern für den Klimaschutz.
In diesem Blog geht es nicht um Zahlen oder um die komplizierten Prozesse der Tricks der Staaten sich aus den Verpflichtungen beim Klimaschutz zu entziehen. Wir sind im DGI-byen-Center: Eine Riesenhalle, gefüllt mit Tausenden Menschen aus aller Welt. Hinter uns spielt eine Band alte und neue Lieder aus der alternativen Bewegung, die eine neue Welt beschriebt, einen neuen Spirit, in der Menschen und die Artenvielfalt ihren nachhaltigen Platz haben, eine Vision von 2020, wenn fossile Brennstoffe genauso antiquarisch wirken werden wie Telegrafen heute. Und immer und immer wieder geht es um Frieden, Gerechtigkeit, planetare Geschlossenheit, um Menschlichkeit und um das Miteinander auf diesem Planeten, man fühlt sich zurückversetzt in die 60er Jahre von Haight-Ashbury in San Francisco und die Aufbruchstimmung der 68er-Bewegung. Hier werden ökologische Ideen präsentiert – nicht als wissenschaftlich abstrakte Theorien sondern als Kunstformen, als Notwendigkeit, ja als Alltäglichkeit und als visionäre Deja-Vu’s der Zukunft statt der Vergangenheit.

In den letzten Tagen wurde uns immer mehr bewusst, dass es hier nicht nur um die Rettung des Klimas auf diesem Planeten sondern um viel mehr geht. Kopenhagen war keine Konferenz über einen Klimavertrag oder ein Klimaabkommen allein. Es war ein Treffen der globalen Zivilgesellschaft, mehr als 45.000 engagierte Menschen, 800 Organisationen, NGOs, KämpferInnen für Weltfrieden und Umwelt, zehntausende AktivistInnen aus allen Winkeln dieses Planeten kommen hier in diesen Tagen zusammen um über unser aller Zukunft zu denken, sie zu fühlen und sie zu organisieren – auch zu tanzen und ja, es geht um die globale Einheit dieses Planeten.
Die letzen Tage waren wir ausgeliefert - den Delegierten, Ministern, Staatschefs und deren professionellen Redenschreibern. Heute spüren wir das Herz, das Engagement, das Wissen und die Seele der Aktivisten. Wir waren den ganzen Tag in den Oexenhallen, einem riesigen Zeltkomplex, der von der Stadt Kopenhagen zur Verfügung gestellt wurde, um den Tausenden von NGO-Vertretern einen Platz zu geben, an dem sie arbeiten und sich mit der Welt vernetzten können – so wie wir.
Hunderte Menschen beteiligten sich an der Aktion gegen Mittag, als nach der Rede von Präsident Obama ein riesiges Transparent mit der Aufschrift „Climate Shame“ entrollt wurde. Dahinter Hunderte Aktivisten, die sich die Masken der fast 200 Staats- und Regierungschefs vor das Gesicht hielten und „Climate Shame“ skandierten. Ich tausche meinen Kopf des chinesischen Staatsratsvorsitzenden Wen Jiabao gegen das Pappgesicht unseres Bundeskanzlers Werner Faymann. Kurz zuvor wurde das „Fossil des Jahres“ an Kanada übergeben – in einer feierlichen und persiflagen – aber leider auch traurigen – Zeremonie für den schlimmsten Klimasünder der Welt in diesem Jahr.

Als es dunkel wurde, startet die nächste Aktion: Ein Luftbild von rund tausend Menschen mit Fackeln, die sich in den Buchstaben einer riesigen Formation aufstellten, die nur aus der Luft lesbar ist: „Climate Shame“ – die Anklage an die Führer dieser Welt, die nicht imstande sind ein rechtsverbindliches Abkommen zu vereinbaren, das diesen Planeten und seine – unsere – Zivilisation retten kann.
Vor 30 Minuten habe ich die wohl bewegendste Rede meines Lebens gehört. Die Sprecherin war Wahu Kaara, eine Mutter aus Kenia. Ohne Zettel und ohne Redenschreiber, die ihre Gedanken bestimmen, sprach sie aus den Tiefen ihres Herzens über das Überleben der afrikanischen Frauen nach Jahrhunderte langer Sklaverei, Kolonialismus und die schlimmsten Auswüchse des alten und des modernen Kapitalismus. Und sie sprach über die Hoffnung, ja noch mehr – über die Kraft und die Energie, die hier in Kopenhagen geboren wurde – eine globale Kraft, die die Führer der Welt nicht unterschätzen sollten, denn sie bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit, mit dem Speed der Elektronen durch das Internet. Eine Bewegung, die noch ihren Namen sucht – ich würde sie „Klimaxismus“ nennen. Dieser Begriff betont die Bedeutung des Klimas als gemeinsamen Nenner einer kritischen Bewegung, die vor 40 Jahren ihren Anfang nahm und jetzt eine globale Dimension erreicht hat.
In Kopenhagen geht es nicht nur um ein trockenes Klimaabkommen, bestehend aus Zahlen, Schlupflöchern und Tricks der industrialisierten Länder, es geht hier um eine Abrechnung, um Gerechtigkeit, um endlose und sinnlose Kriege der Starken gegen die Schwachen, es geht um eine Perspektive für eine globale Demokratie und eine planetare Gerechtigkeit. Noch nie zuvor auf irgendeiner anderen Konferenz in der Menschheitsgeschichte kamen so viele Nationen, gesellschaftliche Wirklichkeiten, so viele Staatenlenker aber auch die Vertreter der kritischen Gegengesellschaft zusammen.
Kopenhagen 2009 ist der Melting Pot einer neuen Bewegung, die jahrelang gärte und den Vulkankrater suchte um endlich Gestalt anzunehmen, ganz ähnlich wie die soziale Bewegung des 19. Jahrhunderts, die Friedens-, Frauen, Umwelt-, Anti-Atom- und Antiglobalisierungsbewegung.

Am 18. Dezember 2009 war es soweit. Ein neuer Stern erschien in diesen Tagen am Himmel der Geschichte. Es ist der Stern eines planetaren neuen Bewusstseins, der ungeachtet aller Unterschiede, Sprachen, Kulturen, Religionen und persönlicher Differenzen endlich seine Leuchtkraft erreicht, wie er schon vor Jahrhunderten hätte strahlen sollen – für die Geschichte der Vergangenheit zu spät aber vielleicht gerade noch rechtzeitig für die Geschichte der Zukunft.
In den letzten Jahrzehnten ging es um den Vietnamkrieg, um den Kampf gegen Rassimus, Nationalismus, gegen die Beschränkung der Freiheiten aus alten vermieften Traditionen, um religiösen Wahn, um Kapitalismus oder Kommunismus und deren perverse Irrwege, die die Welt in die Abgründe der Geschichte geführt hatten, um irrationale und von ultrakonservativen Interessen geformte Weltwahrnehmungsperspektiven, die die Gesellschaft entzweiten und entfremdeten.
Kopenhagen kann kritisiert werden als Cokenhagen, als von multinationalen Unternehmen gesteuerte Prozesse oder gar als Brokenhagen, doch egal welches offizielle Dokument aus diesem Event hervorgeht – es wird den Beginn einer neuen Zeit markieren.
„All we are saying is give Youth a chance,
All we are saying, is cut greenhouse gas!”
singen hunderte Kehlen vor dem NGO-Zentrum, während die Hubschrauber der Polizei über uns kreisen. Mehr als 2.000 Menschen wurden hier in Kopenhagen während der Klimakonferenz verhaftet, fast alle ohne Grund, sie wurden geprügelt und eingesperrt und mit blutigen Gesichtern hörten sie nicht auf zu demonstrieren, zu argumentieren, zu kämpfen – für eine neue Zeit eines globalen Bewusstseins, das in diesen Tagen zum Leben erweckt wurde.
Während ich diese Zeilen schreibe, sammeln sich gerade Tausende Demonstranten vor dem Bella Center. Barack Obama flog nur wenig später als sein russischer Präsidentenkollege Dmitri Medwedew vom Flughafen Kastrup ab und Frankreichs Premierminister Nicolas Sarkozy verkauft den heutigen Kompromiss bereits als Erfolg.
„Ich kam, nicht um zu reden sondern um zu handeln“, sagte Barack Obama in seiner Rede am Freitag. Gleichzeitig machte er klar, dass er nicht als Santa Claus nach Kopenhagen kam um eine Sack voller Wunder auszupacken um die Welt vor dem Untergang zu retten. Er schob den Ball an den Rest der Welt zurück – mit dem Anschub der 100 Milliarden Euro seiner Außenministerin Hillary Clinton. Das war’s. Mehr gibt’s nicht.
Was einige gar nicht wissen: 10.000 Menschen hungerten freiwillig an diesem Tag für den Schutz des Weltklimas, darunter auch die Aktivistinnen Naomi Klein und auch Vandana Shiva. Aber einige gehen noch weiter. Die 23-jährige Anne Keenan aus Australien hat nach 42 Tagen Hungern für den Klimaschutz von 60 auf 45 Kilogramm abgenommen. Die Ärzte sagen, dass sie sterben wird, wenn sie nicht bald damit aufhört, doch sie hält fest an ihrer Absicht fest.
Der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, sagte vor kurzem: „Die letzte Generation hat den Mond erreicht, diese heutige Generation muss sich entscheiden ob sie auf diesem Planeten überleben will!“ Heute geht es nicht mehr um die Bereinigung von nationalen Konflikten, um die Ausverhandlung von partikulären wirtschaftlichen Vorteilen sondern es geht um das nackte Überleben der Menschheit und der Zivilisationen wie wir sie kennen – ähnlich angesichts einem Deep Impact, einem drohenden Schlag von Asteroiden oder einem Angriff von Aliens aus dem Weltall wie in „The Day After“. Aber es sind nicht Aliens, die unsere Lebensform bedrohen, es sind wir selbst, die uns und zwei Drittel der Arten dieser Welt zum Aussterben verurteilen, wenn wir nicht sofort und wirksam handeln.
Der „Geodome“, ein schwarzes Zelt in den Hallen der Oexenhallen der NGO-Zentrale in Kopenhagen, vermittelt - am Boden liegend - auf dreidimensionale Weise mit Projektionen eindrucksvoll unsere Bedeutung in diesem Universum. Wir sind ein so kleiner Teil in einem unermesslich gigantischen Universum, der von einigen wenigen kleinen klimatischen Parametern abhängt, die es möglich machen, dass unser Leben hier auf diesem Planeten existiert. Wir leben derzeit im Spätholozän genannten Zeitalter, der unsere Zivilisationen erst ermöglichte. Und all das setzen wir mit unserer momentanen Wirtschafts- und Lebensweise aufs Spiel. Und es wäre so leicht unsere Lebenskonzepte zu ändern, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Technik ist da, der Wille der Völker und auch die logistische Umsetzung ist nur eine Frage der Zeit.
Während ich diese Zeilen schreibe und von der Zukunft der Menschheit schreibe, verlässt Barack Obama gerade Kopenhagen mit seiner Airforce One. Der russische Präsident Medwedew hat kurz vorher Kopenhagen verlassen. Es wird in Kopenhagen – dem Hoffnungsplatz der Menschheit – kein rechtsverbindliches und wirksames Abkommen geben. Es wird – wenn überhaupt möglich – verschoben und das mickrige Resultat als Erfolg verkauft werden.
Es ist noch nicht abzusehen, welche Konsequenzen ein gescheitertes "Hopenhagen" haben wird, aber eines ist jetzt schon klar aus WWF-Sicht: Es wird verheerend sein für die Menschheit, die Artenvielfalt und die Evolution auf diesem Planeten. Wir würden uns wohl in den nächsten Jahrzehnten auf eine total veränderte Welt, neue Konflikte und Umweltkatastrophen einstellen müssen.
Don’t waste the time or the time will waste you!

In diesem Blog geht es nicht um Zahlen oder um die komplizierten Prozesse der Tricks der Staaten sich aus den Verpflichtungen beim Klimaschutz zu entziehen. Wir sind im DGI-byen-Center: Eine Riesenhalle, gefüllt mit Tausenden Menschen aus aller Welt. Hinter uns spielt eine Band alte und neue Lieder aus der alternativen Bewegung, die eine neue Welt beschriebt, einen neuen Spirit, in der Menschen und die Artenvielfalt ihren nachhaltigen Platz haben, eine Vision von 2020, wenn fossile Brennstoffe genauso antiquarisch wirken werden wie Telegrafen heute. Und immer und immer wieder geht es um Frieden, Gerechtigkeit, planetare Geschlossenheit, um Menschlichkeit und um das Miteinander auf diesem Planeten, man fühlt sich zurückversetzt in die 60er Jahre von Haight-Ashbury in San Francisco und die Aufbruchstimmung der 68er-Bewegung. Hier werden ökologische Ideen präsentiert – nicht als wissenschaftlich abstrakte Theorien sondern als Kunstformen, als Notwendigkeit, ja als Alltäglichkeit und als visionäre Deja-Vu’s der Zukunft statt der Vergangenheit.
In den letzten Tagen wurde uns immer mehr bewusst, dass es hier nicht nur um die Rettung des Klimas auf diesem Planeten sondern um viel mehr geht. Kopenhagen war keine Konferenz über einen Klimavertrag oder ein Klimaabkommen allein. Es war ein Treffen der globalen Zivilgesellschaft, mehr als 45.000 engagierte Menschen, 800 Organisationen, NGOs, KämpferInnen für Weltfrieden und Umwelt, zehntausende AktivistInnen aus allen Winkeln dieses Planeten kommen hier in diesen Tagen zusammen um über unser aller Zukunft zu denken, sie zu fühlen und sie zu organisieren – auch zu tanzen und ja, es geht um die globale Einheit dieses Planeten.
Die letzen Tage waren wir ausgeliefert - den Delegierten, Ministern, Staatschefs und deren professionellen Redenschreibern. Heute spüren wir das Herz, das Engagement, das Wissen und die Seele der Aktivisten. Wir waren den ganzen Tag in den Oexenhallen, einem riesigen Zeltkomplex, der von der Stadt Kopenhagen zur Verfügung gestellt wurde, um den Tausenden von NGO-Vertretern einen Platz zu geben, an dem sie arbeiten und sich mit der Welt vernetzten können – so wie wir.
Hunderte Menschen beteiligten sich an der Aktion gegen Mittag, als nach der Rede von Präsident Obama ein riesiges Transparent mit der Aufschrift „Climate Shame“ entrollt wurde. Dahinter Hunderte Aktivisten, die sich die Masken der fast 200 Staats- und Regierungschefs vor das Gesicht hielten und „Climate Shame“ skandierten. Ich tausche meinen Kopf des chinesischen Staatsratsvorsitzenden Wen Jiabao gegen das Pappgesicht unseres Bundeskanzlers Werner Faymann. Kurz zuvor wurde das „Fossil des Jahres“ an Kanada übergeben – in einer feierlichen und persiflagen – aber leider auch traurigen – Zeremonie für den schlimmsten Klimasünder der Welt in diesem Jahr.
Als es dunkel wurde, startet die nächste Aktion: Ein Luftbild von rund tausend Menschen mit Fackeln, die sich in den Buchstaben einer riesigen Formation aufstellten, die nur aus der Luft lesbar ist: „Climate Shame“ – die Anklage an die Führer dieser Welt, die nicht imstande sind ein rechtsverbindliches Abkommen zu vereinbaren, das diesen Planeten und seine – unsere – Zivilisation retten kann.
Vor 30 Minuten habe ich die wohl bewegendste Rede meines Lebens gehört. Die Sprecherin war Wahu Kaara, eine Mutter aus Kenia. Ohne Zettel und ohne Redenschreiber, die ihre Gedanken bestimmen, sprach sie aus den Tiefen ihres Herzens über das Überleben der afrikanischen Frauen nach Jahrhunderte langer Sklaverei, Kolonialismus und die schlimmsten Auswüchse des alten und des modernen Kapitalismus. Und sie sprach über die Hoffnung, ja noch mehr – über die Kraft und die Energie, die hier in Kopenhagen geboren wurde – eine globale Kraft, die die Führer der Welt nicht unterschätzen sollten, denn sie bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit, mit dem Speed der Elektronen durch das Internet. Eine Bewegung, die noch ihren Namen sucht – ich würde sie „Klimaxismus“ nennen. Dieser Begriff betont die Bedeutung des Klimas als gemeinsamen Nenner einer kritischen Bewegung, die vor 40 Jahren ihren Anfang nahm und jetzt eine globale Dimension erreicht hat.
In Kopenhagen geht es nicht nur um ein trockenes Klimaabkommen, bestehend aus Zahlen, Schlupflöchern und Tricks der industrialisierten Länder, es geht hier um eine Abrechnung, um Gerechtigkeit, um endlose und sinnlose Kriege der Starken gegen die Schwachen, es geht um eine Perspektive für eine globale Demokratie und eine planetare Gerechtigkeit. Noch nie zuvor auf irgendeiner anderen Konferenz in der Menschheitsgeschichte kamen so viele Nationen, gesellschaftliche Wirklichkeiten, so viele Staatenlenker aber auch die Vertreter der kritischen Gegengesellschaft zusammen.
Kopenhagen 2009 ist der Melting Pot einer neuen Bewegung, die jahrelang gärte und den Vulkankrater suchte um endlich Gestalt anzunehmen, ganz ähnlich wie die soziale Bewegung des 19. Jahrhunderts, die Friedens-, Frauen, Umwelt-, Anti-Atom- und Antiglobalisierungsbewegung.
Am 18. Dezember 2009 war es soweit. Ein neuer Stern erschien in diesen Tagen am Himmel der Geschichte. Es ist der Stern eines planetaren neuen Bewusstseins, der ungeachtet aller Unterschiede, Sprachen, Kulturen, Religionen und persönlicher Differenzen endlich seine Leuchtkraft erreicht, wie er schon vor Jahrhunderten hätte strahlen sollen – für die Geschichte der Vergangenheit zu spät aber vielleicht gerade noch rechtzeitig für die Geschichte der Zukunft.
In den letzten Jahrzehnten ging es um den Vietnamkrieg, um den Kampf gegen Rassimus, Nationalismus, gegen die Beschränkung der Freiheiten aus alten vermieften Traditionen, um religiösen Wahn, um Kapitalismus oder Kommunismus und deren perverse Irrwege, die die Welt in die Abgründe der Geschichte geführt hatten, um irrationale und von ultrakonservativen Interessen geformte Weltwahrnehmungsperspektiven, die die Gesellschaft entzweiten und entfremdeten.
Kopenhagen kann kritisiert werden als Cokenhagen, als von multinationalen Unternehmen gesteuerte Prozesse oder gar als Brokenhagen, doch egal welches offizielle Dokument aus diesem Event hervorgeht – es wird den Beginn einer neuen Zeit markieren.
„All we are saying is give Youth a chance,
All we are saying, is cut greenhouse gas!”
singen hunderte Kehlen vor dem NGO-Zentrum, während die Hubschrauber der Polizei über uns kreisen. Mehr als 2.000 Menschen wurden hier in Kopenhagen während der Klimakonferenz verhaftet, fast alle ohne Grund, sie wurden geprügelt und eingesperrt und mit blutigen Gesichtern hörten sie nicht auf zu demonstrieren, zu argumentieren, zu kämpfen – für eine neue Zeit eines globalen Bewusstseins, das in diesen Tagen zum Leben erweckt wurde.
Während ich diese Zeilen schreibe, sammeln sich gerade Tausende Demonstranten vor dem Bella Center. Barack Obama flog nur wenig später als sein russischer Präsidentenkollege Dmitri Medwedew vom Flughafen Kastrup ab und Frankreichs Premierminister Nicolas Sarkozy verkauft den heutigen Kompromiss bereits als Erfolg.
„Ich kam, nicht um zu reden sondern um zu handeln“, sagte Barack Obama in seiner Rede am Freitag. Gleichzeitig machte er klar, dass er nicht als Santa Claus nach Kopenhagen kam um eine Sack voller Wunder auszupacken um die Welt vor dem Untergang zu retten. Er schob den Ball an den Rest der Welt zurück – mit dem Anschub der 100 Milliarden Euro seiner Außenministerin Hillary Clinton. Das war’s. Mehr gibt’s nicht.
Was einige gar nicht wissen: 10.000 Menschen hungerten freiwillig an diesem Tag für den Schutz des Weltklimas, darunter auch die Aktivistinnen Naomi Klein und auch Vandana Shiva. Aber einige gehen noch weiter. Die 23-jährige Anne Keenan aus Australien hat nach 42 Tagen Hungern für den Klimaschutz von 60 auf 45 Kilogramm abgenommen. Die Ärzte sagen, dass sie sterben wird, wenn sie nicht bald damit aufhört, doch sie hält fest an ihrer Absicht fest.
Der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, sagte vor kurzem: „Die letzte Generation hat den Mond erreicht, diese heutige Generation muss sich entscheiden ob sie auf diesem Planeten überleben will!“ Heute geht es nicht mehr um die Bereinigung von nationalen Konflikten, um die Ausverhandlung von partikulären wirtschaftlichen Vorteilen sondern es geht um das nackte Überleben der Menschheit und der Zivilisationen wie wir sie kennen – ähnlich angesichts einem Deep Impact, einem drohenden Schlag von Asteroiden oder einem Angriff von Aliens aus dem Weltall wie in „The Day After“. Aber es sind nicht Aliens, die unsere Lebensform bedrohen, es sind wir selbst, die uns und zwei Drittel der Arten dieser Welt zum Aussterben verurteilen, wenn wir nicht sofort und wirksam handeln.
Der „Geodome“, ein schwarzes Zelt in den Hallen der Oexenhallen der NGO-Zentrale in Kopenhagen, vermittelt - am Boden liegend - auf dreidimensionale Weise mit Projektionen eindrucksvoll unsere Bedeutung in diesem Universum. Wir sind ein so kleiner Teil in einem unermesslich gigantischen Universum, der von einigen wenigen kleinen klimatischen Parametern abhängt, die es möglich machen, dass unser Leben hier auf diesem Planeten existiert. Wir leben derzeit im Spätholozän genannten Zeitalter, der unsere Zivilisationen erst ermöglichte. Und all das setzen wir mit unserer momentanen Wirtschafts- und Lebensweise aufs Spiel. Und es wäre so leicht unsere Lebenskonzepte zu ändern, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Technik ist da, der Wille der Völker und auch die logistische Umsetzung ist nur eine Frage der Zeit.
Während ich diese Zeilen schreibe und von der Zukunft der Menschheit schreibe, verlässt Barack Obama gerade Kopenhagen mit seiner Airforce One. Der russische Präsident Medwedew hat kurz vorher Kopenhagen verlassen. Es wird in Kopenhagen – dem Hoffnungsplatz der Menschheit – kein rechtsverbindliches und wirksames Abkommen geben. Es wird – wenn überhaupt möglich – verschoben und das mickrige Resultat als Erfolg verkauft werden.
Es ist noch nicht abzusehen, welche Konsequenzen ein gescheitertes "Hopenhagen" haben wird, aber eines ist jetzt schon klar aus WWF-Sicht: Es wird verheerend sein für die Menschheit, die Artenvielfalt und die Evolution auf diesem Planeten. Wir würden uns wohl in den nächsten Jahrzehnten auf eine total veränderte Welt, neue Konflikte und Umweltkatastrophen einstellen müssen.
Don’t waste the time or the time will waste you!
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>>> Freitag, 18.12.2009
Wetterumschwung in Kopenhagen
In den letzten Tagen hat das Wetter deutlich umgeschlagen: es schneit, ein kalter, frostiger Wind bläst und die Menschen rennen mit eingezogenem Hals hastig durch die Straßen. Man muss sich warm anziehen dieser Tage! Es hat den Anschein, als spiegle das Wetter die Stimmung der Klimakonferenz wider.

Kopenhagen hat sich in den letzten Tagen verändert – die Dänen sind eifrig bemüht, den Schein von Normalität zu wahren, während sich wie der Schnee immer mehr der Ausnahmezustand über die Stadt legt. Am Himmel kreisen Hubschrauber, an allen großen Straßen herrscht verstärktes Polizeiaufgebot, die meisten Museen haben geschlossen und beinahe gespenstisch sieht das so genannte „Forum“ aus – eine Halle im Zentrum, die für die ausgesperrten Umweltorganisationen als Notquartier eingerichtet wurde.
Das Konferenzgebäude wird immer mehr zu einem Geisterhaus bestehend aus Polizei, Sicherheitskräften, Staats- und Regierungschefs und den 300 von ursprünglich 25.000 (!!!) NGO Vertretern, die die Konferenzhallen noch betreten dürfen. Heute Freitag sind es gar nur noch 90 NGO-Vertreter, die den Mächtigen dieser Welt leibhaft begegnen dürfen. Kopenhagen 2009 dürfte die größte Ansammlung von Macht sein, die die Welt je gesehen hat.
Es ist, als hielte die dänische Hauptstadt den Atem an. Zwei Tage noch muss sie dem Druck, dem Blick der Welt standhalten und es darf nichts schief gehen! Gestern Früh noch schien es, als ginge Kopenhagen nicht als Ort der Zukunft sondern als Ort des Scheiterns in die Klimageschichte ein. Die Verhandlungen waren eingefroren, der globale Klimaschutz auf Eis gelegt. Und das trotz Erderwärmung! Keine Einigung in Sicht!

Um 13 Uhr gestern dann die rettende Nachricht: die Klimaverhandlungen sind wieder aufgenommen worden. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton trat als rettendes Klima-Christkind vor die Nationen dieser Welt und präsentierte ein Geschenk, das die Entwicklungsländer wieder an die Verhandlungstische zurückkehren ließ - ein finanzielles Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr, mit dem die USA die Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen.
Doch auch wenn dieses finanzielle Angebot deutlich zeigt, dass die USA eine ernsthafte und verantwortungsvolle Rolle im Klimaschutz übernehmen könnten, so ist noch niemandem zum Feiern zu Mute: zu viele Fragen sind noch ungeklärt, zu viele Verhandlungspunkte sind noch offen. Wo werden die USA die finanziellen Mittel hernehmen? Werden die Entwicklungsländer die strengen Auflagen, die an die Finanzhilfe gekoppelt sind, akzeptieren? Können sich die mehr als 190 Staaten auf ein globales CO2-Reduktionsziel bis 2050 einigen?

Gestern Abend gab es noch ein Abendessen auf Einladung von Königin Margarethe, das zu einer Art Nebengipfel wurde, auf dem auch andere Themen besprochen und verhandelt wurden.
Heute Früh ist US-Präsident Obama in Kopenhagen gelandet. Am Vormittag trifft er den chinesischen Premier Wen Jiabao zu einem Vieraugengespräch - gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn gegen 9.30 Uhr wurde bekannt, dass die Verhandlungen erneut ins Stocken geraten sind.
Der WWF kämpfte gestern noch gemeinsam mit anderen Umweltschutzorganisationen um die Aufhebung der Teilnahmesperre für NGOs an der Klimakonferenz. Mit diesem Verbot haben der dänische Gastgeber und auch die EU gegen die Aarhus-Konvention verstoßen, die den offenen Zugang zu Informationen und die Teilnahme der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen garantiert.
Im Rahmen des internationalen Klimanetzwerkes aus NGOs (Climate Action Network) vertritt der WWF die Interessen von mehr als 450 Millionen Menschen weltweit, die sich ihrer Verantwortung im Klimaschutz bewusst sind. Der Ausschluss der Umweltschutzorganisationen von der Teilnahme an der Klimakonferenz setzt ein beängstigendes Zeichen und lässt die Frage offen, wie es sein kann, dass das Anliegen so vieler Menschen auf der Welt einfach in Anbetracht durchaus verständlicher Sicherheitsvorkehrungen so vor die Tür gesetzt werden kann.
Viele WWF-Kollegen wollten auch gestern wieder im Konferenzgebäude schlafen, um heute beim Treffen der Führer dieser Welt dabei sein zu können. Doch die Securitys waren stärker und räumten das gesamte Gelände. Aber wir haben noch jemand innerhalb des Geländes und der Informationsfluss zur Welt ist sichergestellt.
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
Kopenhagen hat sich in den letzten Tagen verändert – die Dänen sind eifrig bemüht, den Schein von Normalität zu wahren, während sich wie der Schnee immer mehr der Ausnahmezustand über die Stadt legt. Am Himmel kreisen Hubschrauber, an allen großen Straßen herrscht verstärktes Polizeiaufgebot, die meisten Museen haben geschlossen und beinahe gespenstisch sieht das so genannte „Forum“ aus – eine Halle im Zentrum, die für die ausgesperrten Umweltorganisationen als Notquartier eingerichtet wurde.
Das Konferenzgebäude wird immer mehr zu einem Geisterhaus bestehend aus Polizei, Sicherheitskräften, Staats- und Regierungschefs und den 300 von ursprünglich 25.000 (!!!) NGO Vertretern, die die Konferenzhallen noch betreten dürfen. Heute Freitag sind es gar nur noch 90 NGO-Vertreter, die den Mächtigen dieser Welt leibhaft begegnen dürfen. Kopenhagen 2009 dürfte die größte Ansammlung von Macht sein, die die Welt je gesehen hat.
Es ist, als hielte die dänische Hauptstadt den Atem an. Zwei Tage noch muss sie dem Druck, dem Blick der Welt standhalten und es darf nichts schief gehen! Gestern Früh noch schien es, als ginge Kopenhagen nicht als Ort der Zukunft sondern als Ort des Scheiterns in die Klimageschichte ein. Die Verhandlungen waren eingefroren, der globale Klimaschutz auf Eis gelegt. Und das trotz Erderwärmung! Keine Einigung in Sicht!
Um 13 Uhr gestern dann die rettende Nachricht: die Klimaverhandlungen sind wieder aufgenommen worden. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton trat als rettendes Klima-Christkind vor die Nationen dieser Welt und präsentierte ein Geschenk, das die Entwicklungsländer wieder an die Verhandlungstische zurückkehren ließ - ein finanzielles Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr, mit dem die USA die Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen.
Doch auch wenn dieses finanzielle Angebot deutlich zeigt, dass die USA eine ernsthafte und verantwortungsvolle Rolle im Klimaschutz übernehmen könnten, so ist noch niemandem zum Feiern zu Mute: zu viele Fragen sind noch ungeklärt, zu viele Verhandlungspunkte sind noch offen. Wo werden die USA die finanziellen Mittel hernehmen? Werden die Entwicklungsländer die strengen Auflagen, die an die Finanzhilfe gekoppelt sind, akzeptieren? Können sich die mehr als 190 Staaten auf ein globales CO2-Reduktionsziel bis 2050 einigen?
Gestern Abend gab es noch ein Abendessen auf Einladung von Königin Margarethe, das zu einer Art Nebengipfel wurde, auf dem auch andere Themen besprochen und verhandelt wurden.
Heute Früh ist US-Präsident Obama in Kopenhagen gelandet. Am Vormittag trifft er den chinesischen Premier Wen Jiabao zu einem Vieraugengespräch - gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn gegen 9.30 Uhr wurde bekannt, dass die Verhandlungen erneut ins Stocken geraten sind.
Der WWF kämpfte gestern noch gemeinsam mit anderen Umweltschutzorganisationen um die Aufhebung der Teilnahmesperre für NGOs an der Klimakonferenz. Mit diesem Verbot haben der dänische Gastgeber und auch die EU gegen die Aarhus-Konvention verstoßen, die den offenen Zugang zu Informationen und die Teilnahme der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen garantiert.
Im Rahmen des internationalen Klimanetzwerkes aus NGOs (Climate Action Network) vertritt der WWF die Interessen von mehr als 450 Millionen Menschen weltweit, die sich ihrer Verantwortung im Klimaschutz bewusst sind. Der Ausschluss der Umweltschutzorganisationen von der Teilnahme an der Klimakonferenz setzt ein beängstigendes Zeichen und lässt die Frage offen, wie es sein kann, dass das Anliegen so vieler Menschen auf der Welt einfach in Anbetracht durchaus verständlicher Sicherheitsvorkehrungen so vor die Tür gesetzt werden kann.
Viele WWF-Kollegen wollten auch gestern wieder im Konferenzgebäude schlafen, um heute beim Treffen der Führer dieser Welt dabei sein zu können. Doch die Securitys waren stärker und räumten das gesamte Gelände. Aber wir haben noch jemand innerhalb des Geländes und der Informationsfluss zur Welt ist sichergestellt.
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
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gabriela @ 18.12.2009 @ 02:20
haltet durch, auf alle fälle aus wiener wwf sicht - äusserst spannend was sich da tut!!
>>> Donnerstag, 17.12.2009
Klimagipfel noch nicht ganz gescheitert
Drama, Hoffnung und Enttäuschung prägten unseren heutigen Tag hier auf der COP15. Wir haben lange gewartet mit diesem Blog, weil sich die Ereignisse hier im Viertelstunden-Takt überschlagen haben. In der Nacht auf heute wurden die Verhandlungen nun abgebrochen, die Dänen sprechen offiziell bereits davon, dass Sie gescheitert sind.

Medien sprechen vom Flop, wichtige Nationen wie China drohen mit Scheitern, Millionen von Menschen auf dem Planeten fragen sich wohl: Was machen diese 15.000 Menschen in Kopenhagen eigentlich den ganzen Tag? Kann es sein, dass 130 Staatschefs am Ende des Tages nur mit einer Din-A-4-Seite windelweicher Absichtserklärungen nach Hause gehen? Wir vom WWF hielten dies für einen Betrug am Klima, an der Natur und an den Millionen Menschen, die Klimaschutz wollen.

Wie dringend die Menschheit Klimaschutz braucht, haben wir als WWF heute bei einer Demonstration am Hauptplatz in Kopenhagen demonstriert, wo wir den so genannten „Orb“, eine Festplatte in Globusform mit Millionen von besorgten Stimmen aus aller Welt im Beisein von UNO-Generalsektritär Ban Ki-Moon übergaben. Vor diesem Megaevent fand ein Laternenmarsch von Tausenden Kindern statt, der am Rathausplatz von Kopenhagen endete.
Bereits am gestrigen Nachmittag haben wir als WWF Österreich die fast 22.000 österreichischen Unterschriften aus der Vote Earth-Aktion an Umweltminister Niki Berlakovich übergeben, um ihm im Endspurt den Rücken zu stärken und ihn an seine Pflicht zum Klimaschutz auch in Österreich zu erinnern.

Unsere Erfahrung lehrt uns, dass der entscheidende Durchbruch bei solchen internationalen Verhandlungen meist durch ein Quentchen Mut gelingen könnte. Es braucht ein großes Land, das vorangeht, ein zweites das sich anschließt und dann geht’s weiter. Genau dies geschah bereits vor zwei Jahren in Bali, wo eine Allianz aus Europa und den Entwicklungsländern sich ein Herz genommen hat, das so groß war, dass die anderen Nationen nicht mehr anders konnten, als den Vorschlägen zuzustimmen.
Den ganzen Tag über gab unsere Delegation unzählige Interviews an die österreichische Medien, darunter auch Video-Konferenz-Liveschaltungen mit der Firma Cisco vom Konferenzgebäude direkt in den Millenniumstower nach Wien.

Unsere Kollegen von WWF International schlafen bereits am Konferenzgelände – aus Angst am nächsten Tag nicht mehr zugelassen zu werden. Manche haben schon die zweite Nacht durchgemacht, es gibt Arbeit ohne Ende. Wir drei sind ab heute von der Konferenz ausgesperrt und haben heftigst dagegen protestiert. Nur noch 300 NGO-Vertreter sind heute zugelassen, morgen werden es noch weniger sein. Wir verfolgen das Geschehen über die Bildschirme, unsere Laptops und unsere Telefone laufen heiß. Am Abend wollen wir uns den Demonstrationen anschließen, soweit dies bei diesem extremen Polizeieinsatz hier überhaupt möglich ist…
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
Medien sprechen vom Flop, wichtige Nationen wie China drohen mit Scheitern, Millionen von Menschen auf dem Planeten fragen sich wohl: Was machen diese 15.000 Menschen in Kopenhagen eigentlich den ganzen Tag? Kann es sein, dass 130 Staatschefs am Ende des Tages nur mit einer Din-A-4-Seite windelweicher Absichtserklärungen nach Hause gehen? Wir vom WWF hielten dies für einen Betrug am Klima, an der Natur und an den Millionen Menschen, die Klimaschutz wollen.
Wie dringend die Menschheit Klimaschutz braucht, haben wir als WWF heute bei einer Demonstration am Hauptplatz in Kopenhagen demonstriert, wo wir den so genannten „Orb“, eine Festplatte in Globusform mit Millionen von besorgten Stimmen aus aller Welt im Beisein von UNO-Generalsektritär Ban Ki-Moon übergaben. Vor diesem Megaevent fand ein Laternenmarsch von Tausenden Kindern statt, der am Rathausplatz von Kopenhagen endete.
Bereits am gestrigen Nachmittag haben wir als WWF Österreich die fast 22.000 österreichischen Unterschriften aus der Vote Earth-Aktion an Umweltminister Niki Berlakovich übergeben, um ihm im Endspurt den Rücken zu stärken und ihn an seine Pflicht zum Klimaschutz auch in Österreich zu erinnern.
Unsere Erfahrung lehrt uns, dass der entscheidende Durchbruch bei solchen internationalen Verhandlungen meist durch ein Quentchen Mut gelingen könnte. Es braucht ein großes Land, das vorangeht, ein zweites das sich anschließt und dann geht’s weiter. Genau dies geschah bereits vor zwei Jahren in Bali, wo eine Allianz aus Europa und den Entwicklungsländern sich ein Herz genommen hat, das so groß war, dass die anderen Nationen nicht mehr anders konnten, als den Vorschlägen zuzustimmen.
Den ganzen Tag über gab unsere Delegation unzählige Interviews an die österreichische Medien, darunter auch Video-Konferenz-Liveschaltungen mit der Firma Cisco vom Konferenzgebäude direkt in den Millenniumstower nach Wien.
Unsere Kollegen von WWF International schlafen bereits am Konferenzgelände – aus Angst am nächsten Tag nicht mehr zugelassen zu werden. Manche haben schon die zweite Nacht durchgemacht, es gibt Arbeit ohne Ende. Wir drei sind ab heute von der Konferenz ausgesperrt und haben heftigst dagegen protestiert. Nur noch 300 NGO-Vertreter sind heute zugelassen, morgen werden es noch weniger sein. Wir verfolgen das Geschehen über die Bildschirme, unsere Laptops und unsere Telefone laufen heiß. Am Abend wollen wir uns den Demonstrationen anschließen, soweit dies bei diesem extremen Polizeieinsatz hier überhaupt möglich ist…
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
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Martina @ 17.12.2009 @ 04:54
Echt schlimm, dass die NGOs ausgesperrt werden. Ich hoffe, das ändert sich nochmal. Passts gut auf Euch auf auf den Demonstrationen! Es ist natürlich auch klar, dass die Emotionen hochgehen bei der Behandlung, die man den NGOs hier "angedeihen" läßt. Trotzdem hoffe ich sehr, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen...Liebe Grüße aus Wien!
Andrea @ 17.12.2009 @ 03:08
Die Hoffnung stirbt zuletzt?!
>>> Mittwoch, 16.12.2009
Langsamer politischer Wille und Informationsrennen
Lichtgeschwindigkeit – anders kann man es nicht ausdrücken mit welcher Schnelligkeit die Informationen auf der Klimakonferenz Tausende Teilnehmer erreichen. Manchmal fragt man sich, wie es vor einigen Jahren überhaupt schon Konferenzen geben konnte, als es Emails, Skype, Handys, iPhones und Blackberrys noch nicht gab.
1997 fand in Kyoto die erste große Klimakonferenz statt. Damals waren Delegierte mit Laptops eine Rarität und Handys besaß nur eine privilegierte Minderheit. Heute ist bereits Wirklichkeit, was zu Kyoto-Zeiten noch Zukunftsmusik war. Informationen bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit und jeder weiß immer und zu jeder Zeit, was genau wo und wann passiert. Willkommen im Zeitalter der modernen Kommunikation!
Nicht nur die Informationen verbreiten sich rasant, sondern auch die Gerüchte. Im WWF-Delegationsbüro sitzen Tag und Nacht WWF-MitarbeiterInnen aus aller Welt, um aus der Flut von Informationen die Wahrheit herauszufiltern und die Entscheidungsträger wieder zu bearbeiten für einen neuen Klimavertrag, der unseren Planeten retten soll.
Der erste Tag der zweiten Verhandlungswoche war ein Tag der Gerüchte und der vagen Vermutungen über taktische Lügen und Wahrheit. Schon am Morgen berichteten Medien darüber, dass die Delegierten der Entwicklungsländer enttäuscht die Verhandlungen verlassen hätten. Ein Schock, denn die Vertreter dieser Länder sind für ein erfolgreiches Ergebnis der Klimakonferenz und damit für ein bindendes Abkommen zur Rettung unseres Planeten von entscheidender Bedeutung. Was war passiert? In Wahrheit war die Stimmung - vor allem unter den afrikanischen Delegierten - äußerst frustriert und enttäuscht, doch tatsächlich hat niemand das Konferenzgebäude verlassen.
Grund genug für einen Abbruch der Verhandlungen hätten sie aber schon, denn nach wie vor haben die Industrieländer zu wenig Substanzielles auf den Tisch gelegt. Weder reicht das gebotene Geld aus, um die Klimaschäden wie z. B. Dürren oder den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion in den armen Ländern zu reparieren, noch haben die Industrienationen genügend CO2-Einsparung im Angebot, um Afrika vor den schlimmsten Folgen der Erderwärmung zu verschonen. Was Europa, die USA und Australien in Summe an CO2-Einsparung anbieten, führt zu drei bis vier Grad Erderwärmung – zu viel, um globale Katastrophen zu verhindern.
Die Enttäuschung auf Seiten Afrikas und auch der Entwicklungsländer verursachte dann aber eine Ankündigung im Daily-Programm, dem ersten Dokument, das Tausende von Abgeordneten und Organisationsmitarbeitern jeden Morgen in ihren kalten Händen halten, wenn sie aus minus zwei Grad das warme Konferenzgebäude betreten. Gestern stand dort geschrieben, dass zu Mittag ein Ministermeeting stattfinden wird, in dem über die langfristigen Klimaaktivitäten ALLER Staaten verhandelt werden soll – also auch über CO2-Senkungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Entwicklungsländer empfinden diesen Schritt als verfrüht. Ihre Befürchtung: Die reichen Nationen könnten einen Teil ihrer Klima-Last auf die ärmeren Länder abwälzen, die ohnehin schon am meisten zu kämpfen haben.
Die dänische Präsidentschaft hat nun einen Kompromiss erreicht, wonach die Verhandlungen parallel geführt werden sollen. Einerseits soll das Kyoto-Protokoll für die Industrieländer verschärft und andererseits ein gerechter und langfristiger Beitrag der armen Länder zum 2-Grad-Ziel definiert werden. Diese Form des doppelgleisigen Fahrens wird auch vom WWF unterstützt.
Die Klimakonferenz scheint damit wieder auf dem richtigen und hoffentlich Erfolg bringenden Weg zu sein. Und so starten mit heute die Verhandlungen in die nächste Runde, getragen von der Hoffnung und dem Optimismus, dass es einen globalen Vertrag zur Rettung unseres Klimas am Ende der Konferenz geben wird.
Bis dahin werden sich noch viele Gerüchte und Informationen über Blackberrys, Handys, Laptops und iPhones in Lichtgeschwindigkeit verbreiten und das Klimateam des WWF - Franko Petri, Markus Niedermair und Kathrin Hebel - wird hier vor Ort dabei sein, wenn es darum geht, Klarheit zu schaffen und unter Millionen Informationen zwischen wahr und unwahr zu unterscheiden.
Kein Gerücht ist, dass am Konferenzgelände allein gestern 49 Brieftaschen gestohlen wurden, so auch unserem internationalen Klimaexperten Stephan Singer. Er wurde übrigens von der Polizei aufgehalten und konnte eine Stunde das Polizeigebäude nicht verlassen. Es ging ihm wie vielen anderen Delegierten, die einfach von der dänischen Polizei aus dem Auto oder Zug heraus ohne ersichtlichen Grund kontrolliert und festgehalten wurden – so gesehen und erlebt in den letzten Tagen. Der Grund für die Nervosität sind militante Gruppen, die am Dienstag das Konferenzgebäude stürmen wollten…
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
1997 fand in Kyoto die erste große Klimakonferenz statt. Damals waren Delegierte mit Laptops eine Rarität und Handys besaß nur eine privilegierte Minderheit. Heute ist bereits Wirklichkeit, was zu Kyoto-Zeiten noch Zukunftsmusik war. Informationen bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit und jeder weiß immer und zu jeder Zeit, was genau wo und wann passiert. Willkommen im Zeitalter der modernen Kommunikation!
Nicht nur die Informationen verbreiten sich rasant, sondern auch die Gerüchte. Im WWF-Delegationsbüro sitzen Tag und Nacht WWF-MitarbeiterInnen aus aller Welt, um aus der Flut von Informationen die Wahrheit herauszufiltern und die Entscheidungsträger wieder zu bearbeiten für einen neuen Klimavertrag, der unseren Planeten retten soll.
Der erste Tag der zweiten Verhandlungswoche war ein Tag der Gerüchte und der vagen Vermutungen über taktische Lügen und Wahrheit. Schon am Morgen berichteten Medien darüber, dass die Delegierten der Entwicklungsländer enttäuscht die Verhandlungen verlassen hätten. Ein Schock, denn die Vertreter dieser Länder sind für ein erfolgreiches Ergebnis der Klimakonferenz und damit für ein bindendes Abkommen zur Rettung unseres Planeten von entscheidender Bedeutung. Was war passiert? In Wahrheit war die Stimmung - vor allem unter den afrikanischen Delegierten - äußerst frustriert und enttäuscht, doch tatsächlich hat niemand das Konferenzgebäude verlassen.
Grund genug für einen Abbruch der Verhandlungen hätten sie aber schon, denn nach wie vor haben die Industrieländer zu wenig Substanzielles auf den Tisch gelegt. Weder reicht das gebotene Geld aus, um die Klimaschäden wie z. B. Dürren oder den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion in den armen Ländern zu reparieren, noch haben die Industrienationen genügend CO2-Einsparung im Angebot, um Afrika vor den schlimmsten Folgen der Erderwärmung zu verschonen. Was Europa, die USA und Australien in Summe an CO2-Einsparung anbieten, führt zu drei bis vier Grad Erderwärmung – zu viel, um globale Katastrophen zu verhindern.
Die Enttäuschung auf Seiten Afrikas und auch der Entwicklungsländer verursachte dann aber eine Ankündigung im Daily-Programm, dem ersten Dokument, das Tausende von Abgeordneten und Organisationsmitarbeitern jeden Morgen in ihren kalten Händen halten, wenn sie aus minus zwei Grad das warme Konferenzgebäude betreten. Gestern stand dort geschrieben, dass zu Mittag ein Ministermeeting stattfinden wird, in dem über die langfristigen Klimaaktivitäten ALLER Staaten verhandelt werden soll – also auch über CO2-Senkungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Entwicklungsländer empfinden diesen Schritt als verfrüht. Ihre Befürchtung: Die reichen Nationen könnten einen Teil ihrer Klima-Last auf die ärmeren Länder abwälzen, die ohnehin schon am meisten zu kämpfen haben.
Die dänische Präsidentschaft hat nun einen Kompromiss erreicht, wonach die Verhandlungen parallel geführt werden sollen. Einerseits soll das Kyoto-Protokoll für die Industrieländer verschärft und andererseits ein gerechter und langfristiger Beitrag der armen Länder zum 2-Grad-Ziel definiert werden. Diese Form des doppelgleisigen Fahrens wird auch vom WWF unterstützt.
Die Klimakonferenz scheint damit wieder auf dem richtigen und hoffentlich Erfolg bringenden Weg zu sein. Und so starten mit heute die Verhandlungen in die nächste Runde, getragen von der Hoffnung und dem Optimismus, dass es einen globalen Vertrag zur Rettung unseres Klimas am Ende der Konferenz geben wird.
Bis dahin werden sich noch viele Gerüchte und Informationen über Blackberrys, Handys, Laptops und iPhones in Lichtgeschwindigkeit verbreiten und das Klimateam des WWF - Franko Petri, Markus Niedermair und Kathrin Hebel - wird hier vor Ort dabei sein, wenn es darum geht, Klarheit zu schaffen und unter Millionen Informationen zwischen wahr und unwahr zu unterscheiden.
Kein Gerücht ist, dass am Konferenzgelände allein gestern 49 Brieftaschen gestohlen wurden, so auch unserem internationalen Klimaexperten Stephan Singer. Er wurde übrigens von der Polizei aufgehalten und konnte eine Stunde das Polizeigebäude nicht verlassen. Es ging ihm wie vielen anderen Delegierten, die einfach von der dänischen Polizei aus dem Auto oder Zug heraus ohne ersichtlichen Grund kontrolliert und festgehalten wurden – so gesehen und erlebt in den letzten Tagen. Der Grund für die Nervosität sind militante Gruppen, die am Dienstag das Konferenzgebäude stürmen wollten…
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
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>>> Dienstag, 15.12.2009
Kopenhagen im Chaos
Sechs Stunden bei minus zwei Grad im Freien – und das im Konferenz-Outfit in leichter Kleidung. Das hätten sich wohl die Tausenden von Delegierten, Journalisten und Klimaschützer nicht erwartet. Zähneklappernd, die Nasen blau gefroren, die Füße taub mussten die zur Klimakonferenz Registrierten stundenlang ausharren. Manchmal bewegte sich die fast 500 Meter lange Schlange kaum ein paar Zentimeter.
Zehntausende Stunden, die eigentlich auf der Konferenz gearbeitet werden sollten, gingen in den Warteschlangen verloren. Ein schlechtes Zeichen! Die UNO war hoffnungslos mit dem Ansturm der Massen überfordert und dann fielen auch noch die Registrierungsgeräte aus. Chaos!
Es war eine bunte Warteschlange – Delegierte mit Turbanen und Kaftans, Anzügen und Saris. Viele begannen aus Verzweiflung Weihnachtslieder zu singen, hüpften vor Kälte auf der Stelle und lernten sich gegenseitig kennen. Sie versuchten das Beste daraus zu machen. Doch trotz der Strapazen gingen Humor und Hoffnung nicht verloren.
Die Konferenz selbst ist ein riesiger Marktplatz der Ideen und Organisationen für einen nachhaltigen Umgang mit unserem Planeten, eine Messe der klimafreundlichen Zukunft für uns alle – ein Hoffnungszeichen für die Welt.

Es würde Wochen dauern, alle Stände und Ideen genauer zu betrachten und sich in alle globalen Zukunftslösungen einzudenken. Leider haben wir dafür kaum Zeit, denn die NGO-Delegationen sollen ab morgen drastisch beschränkt werden. Angeblich sind hier bereits mehr als 40.000 Menschen auf der größten Konferenz in der Geschichte. Diese Massen sind nicht mehr kontrollierbar und in zwei Tagen kommen bereits die Minister und Staats- und Regierungschefs aus aller Welt. Wir geben Interviews so viel wir können – ORF, Deutschlandfunk, dänisches und ungarisches Fernsehen…
Noch wissen wir nicht, ob wir morgen wieder ins Epizentrum im Bella Center durchkommen werden, aber wir werden es versuchen…!
Die aktuellen Ereignisse können Sie auch per Videoblog verfolgen: http://cop15.panda.org /
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
Zehntausende Stunden, die eigentlich auf der Konferenz gearbeitet werden sollten, gingen in den Warteschlangen verloren. Ein schlechtes Zeichen! Die UNO war hoffnungslos mit dem Ansturm der Massen überfordert und dann fielen auch noch die Registrierungsgeräte aus. Chaos!
Es war eine bunte Warteschlange – Delegierte mit Turbanen und Kaftans, Anzügen und Saris. Viele begannen aus Verzweiflung Weihnachtslieder zu singen, hüpften vor Kälte auf der Stelle und lernten sich gegenseitig kennen. Sie versuchten das Beste daraus zu machen. Doch trotz der Strapazen gingen Humor und Hoffnung nicht verloren.
Die Konferenz selbst ist ein riesiger Marktplatz der Ideen und Organisationen für einen nachhaltigen Umgang mit unserem Planeten, eine Messe der klimafreundlichen Zukunft für uns alle – ein Hoffnungszeichen für die Welt.
Es würde Wochen dauern, alle Stände und Ideen genauer zu betrachten und sich in alle globalen Zukunftslösungen einzudenken. Leider haben wir dafür kaum Zeit, denn die NGO-Delegationen sollen ab morgen drastisch beschränkt werden. Angeblich sind hier bereits mehr als 40.000 Menschen auf der größten Konferenz in der Geschichte. Diese Massen sind nicht mehr kontrollierbar und in zwei Tagen kommen bereits die Minister und Staats- und Regierungschefs aus aller Welt. Wir geben Interviews so viel wir können – ORF, Deutschlandfunk, dänisches und ungarisches Fernsehen…
Noch wissen wir nicht, ob wir morgen wieder ins Epizentrum im Bella Center durchkommen werden, aber wir werden es versuchen…!
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Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
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>>> Montag, 14.12.2009
Eine Stadt im Zeichen der Klimahoffnung
Geschafft! Nach 20 Stunden Anfahrt mit dem Zug hat die dreiköpfige österreichische WWF-Delegation, bestehend aus Franko Petri, Kathrin Hebel und Markus Niedermair, endlich Kopenhagen erreicht – drei Stunden später als geplant.
Peinlich für die dänische Staatsbahnen – es gab zwei Ausfälle von Zügen auf dänischem Staatsgebiet. An der deutsch-dänischen Grenze gab es plötzlich keinen Lokführer. Für uns bedeutete das – zuerst heraus geklopft von der Grenzpolizei und aus dem Liegewagen. Hoffentlich kein böses Omen im Sinne der Klimakonferenz, denn so wie jeder Zug einen Lokführer braucht, benötigt auch der Klimaschutz eine verantwortungsvolle Leitung.
Doch kaum in Kopenhagen angekommen, heißt es auch schon wieder raus aus dem Zug und rein in den Schienenersatzbus, der uns zur Konferenz bringen soll. Und auch hier könnte man das Geschehen beinahe wieder klimaphilosophisch deuten – durch diese Umschichtung und Alternativplanung wurden dank der dänischen Staatsbahnen zumindest heute Tausende wertvolle Arbeitsstunden und damit kostbare Zeit für den Klimaschutz verloren.

Schon bei der Ankunft am Bahnhof zeugen Hunderte von Demonstranten davon, dass Kopenhagen derzeit die Klimahochburg der Welt ist. Klimaschützer aller gesellschaftlichen Schichten und Szenen traten nach der großen Demonstration gestern mit an die Hunderttausend Menschen die Heimreise an. Vereinzelt kam es dabei gestern zu einzelnen Steinwürfen von einer gewaltbereiten Minderheit.
Lustiges Detail am Rande: Derzeit herrscht in Kopenhagen Vermummungsverbot. Zu den wenigen, die eine Ausnahmegenehmigung hatten, gehörten die WWF-Aktivisten in Panda-Kostümen.

Der WWF-Block in der Demonstration wurde geführt von eigenen WWF-Marshalls. Wir hörten, dass es über 900 Festnahmen von Demonstranten trotz des größtenteils friedlichen Verlaufs der Demonstration gab. Die Polizei nahm unglaublich viele Demonstranten schon bei bloßem Verdacht in Gewahrsam.
Mehr als 3.000 Veranstaltungen in 130 Ländern der Welt zeigten gestern die globale Solidarität mit der Speerspitze der Klimaschützer in Kopenhagen – ein Zeichen der Hoffnung für die wichtigste Konferenz der Menschheit, die ab heute in die entscheidende Phase geht.
Übrigens: Die aktuellen Ereignisse können Sie auch per Videoblog verfolgen: http://cop15.panda.org /
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
Peinlich für die dänische Staatsbahnen – es gab zwei Ausfälle von Zügen auf dänischem Staatsgebiet. An der deutsch-dänischen Grenze gab es plötzlich keinen Lokführer. Für uns bedeutete das – zuerst heraus geklopft von der Grenzpolizei und aus dem Liegewagen. Hoffentlich kein böses Omen im Sinne der Klimakonferenz, denn so wie jeder Zug einen Lokführer braucht, benötigt auch der Klimaschutz eine verantwortungsvolle Leitung.
Doch kaum in Kopenhagen angekommen, heißt es auch schon wieder raus aus dem Zug und rein in den Schienenersatzbus, der uns zur Konferenz bringen soll. Und auch hier könnte man das Geschehen beinahe wieder klimaphilosophisch deuten – durch diese Umschichtung und Alternativplanung wurden dank der dänischen Staatsbahnen zumindest heute Tausende wertvolle Arbeitsstunden und damit kostbare Zeit für den Klimaschutz verloren.
Schon bei der Ankunft am Bahnhof zeugen Hunderte von Demonstranten davon, dass Kopenhagen derzeit die Klimahochburg der Welt ist. Klimaschützer aller gesellschaftlichen Schichten und Szenen traten nach der großen Demonstration gestern mit an die Hunderttausend Menschen die Heimreise an. Vereinzelt kam es dabei gestern zu einzelnen Steinwürfen von einer gewaltbereiten Minderheit.
Lustiges Detail am Rande: Derzeit herrscht in Kopenhagen Vermummungsverbot. Zu den wenigen, die eine Ausnahmegenehmigung hatten, gehörten die WWF-Aktivisten in Panda-Kostümen.
Der WWF-Block in der Demonstration wurde geführt von eigenen WWF-Marshalls. Wir hörten, dass es über 900 Festnahmen von Demonstranten trotz des größtenteils friedlichen Verlaufs der Demonstration gab. Die Polizei nahm unglaublich viele Demonstranten schon bei bloßem Verdacht in Gewahrsam.
Mehr als 3.000 Veranstaltungen in 130 Ländern der Welt zeigten gestern die globale Solidarität mit der Speerspitze der Klimaschützer in Kopenhagen – ein Zeichen der Hoffnung für die wichtigste Konferenz der Menschheit, die ab heute in die entscheidende Phase geht.
Übrigens: Die aktuellen Ereignisse können Sie auch per Videoblog verfolgen: http://cop15.panda.org /
Das WWF-Klimateam
Kathrin Hebel, Franko Petri, Markus Niedermair
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>>> Sonntag, 13.12.2009
Auf in den Kampf…
… für ein neues starkes Klimaschutzabkommen! Heute ist Abfahrt. Die österreichische WWF-Delegation, bestehend aus Kathrin Hebel, Markus Niedermair und Franko Petri machen sich langsam auf dem Weg zum Westbahnhof. 18 Stunden dauert die Zugfahrt, die über Nürnberg und Kopenhagen zuerst nach Malmö führt. Alle Hotels, Pensionen und sonstigen Unterkünfte in der gesamten Stadt Kopenhagen im Umkreis von 100 Kilometer sind komplett ausgebucht. Gerüchteweise soll sogar das ORF-Team in Wohnungen untergebracht sein und manche Regierungsdelegationen mussten auf Malmö in Schweden ausweichen. So auch wir. Kein Wunder, denn wir fahren immerhin zur größten Konferenz aller Zeiten. Schlafen in Schweden und Arbeiten in Kopenhagen. Das wird das Motto der kommenden Woche werden. Glücklicherweise sind die beiden Städte durch die Öresund-Brücke verbunden und die Fahrt dauert mit dem Zug nur knapp 40 Minuten.
Um 16 Uhr geht es los. Jetzt noch die letzten Vorbereitungen – Banner, elektronische Geräte, Kameras mit Zubehör, die richtigen Kabel, die ganze Checkliste abarbeiten, ja selbst Hemden bügeln – eine eher ungewohnte Tätigkeit für WWF-Mitarbeiter, die sich zumeist in den Regenwäldern und in freier Natur viel wohler fühlen als in kahlen Betonhallen.

Alle paar Minuten trudeln neue Mails von unserem Expertenteam aus Kopenhagen ein. Kim Karstensen (Bild oben), internationaler Leiter der Globalen WWF-Klimainitiative berichtet in seinem Blog von den WWF-Aktionen in den Konferenzhallen: Unser Planet liegt am Boden und ist krank. Schon nähert sich das WWF-Klimarettungsteam in weißen Kitteln und mit Blaulicht. Der Arzt stellt die Diagnose und schlägt die Therapie vor: Finanzspritzen für die Entwicklungsländer, Technik-Transfer, Erneuerbare Energien und Energiesparoffensiven, Waldschutz, usw. – und vor den Augen der Verhandler für das neue Abkommen wächst der kränkelnde Planet und wird wieder blau und kräftig.

So einfach und schnell werden wir unseren Planeten wohl nicht retten können, aber wenn Kopenhagen ein Erfolg wird, dann lohnt sich der Kampf um unseren Planeten, den der WWF und auch viele andere NGOs in den letzten zwei Jahren geführt haben. Noch ist das Kopenhagen-Protokoll ein Textskelett. Erst die Minister der fast 200 Staaten werden die Emissionszahlen in die noch leeren Stellen einsetzen. In einer Woche werden wir wissen, welche Zahlen dort stehen und in einer Woche werden wir auch eine klare Diagnose abgeben können, ob die Klimaretter erfolgreich waren oder unser Planet sich auf ein langes Siechtum einstellen wird müssen…
Das WWF-Klima-Team
Franko Petri, Markus Niedermair, Kathrin Hebel
Um 16 Uhr geht es los. Jetzt noch die letzten Vorbereitungen – Banner, elektronische Geräte, Kameras mit Zubehör, die richtigen Kabel, die ganze Checkliste abarbeiten, ja selbst Hemden bügeln – eine eher ungewohnte Tätigkeit für WWF-Mitarbeiter, die sich zumeist in den Regenwäldern und in freier Natur viel wohler fühlen als in kahlen Betonhallen.
Alle paar Minuten trudeln neue Mails von unserem Expertenteam aus Kopenhagen ein. Kim Karstensen (Bild oben), internationaler Leiter der Globalen WWF-Klimainitiative berichtet in seinem Blog von den WWF-Aktionen in den Konferenzhallen: Unser Planet liegt am Boden und ist krank. Schon nähert sich das WWF-Klimarettungsteam in weißen Kitteln und mit Blaulicht. Der Arzt stellt die Diagnose und schlägt die Therapie vor: Finanzspritzen für die Entwicklungsländer, Technik-Transfer, Erneuerbare Energien und Energiesparoffensiven, Waldschutz, usw. – und vor den Augen der Verhandler für das neue Abkommen wächst der kränkelnde Planet und wird wieder blau und kräftig.
So einfach und schnell werden wir unseren Planeten wohl nicht retten können, aber wenn Kopenhagen ein Erfolg wird, dann lohnt sich der Kampf um unseren Planeten, den der WWF und auch viele andere NGOs in den letzten zwei Jahren geführt haben. Noch ist das Kopenhagen-Protokoll ein Textskelett. Erst die Minister der fast 200 Staaten werden die Emissionszahlen in die noch leeren Stellen einsetzen. In einer Woche werden wir wissen, welche Zahlen dort stehen und in einer Woche werden wir auch eine klare Diagnose abgeben können, ob die Klimaretter erfolgreich waren oder unser Planet sich auf ein langes Siechtum einstellen wird müssen…
Das WWF-Klima-Team
Franko Petri, Markus Niedermair, Kathrin Hebel
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udo @ 13.12.2009 @ 11:19
Die Westler sind seit *** die grössten Ideologen.
Kein Afrikaner käme auf die Idee, das “Klima” zu schützen — denn das ist weder schützbar noch berechenbar.
Daher vermute ich, dass das ganze Klimagerede wieder mal nur Lobbyarbeit und Wirtschaftskorruption ist.
Das Gehirn des H. sapiens ist schlicht zu klein, um global denken zu können. Zwar gibt es Internet und Computerprogramme, die global denken können (CeNSE), aber immer noch muss der Computer-Output von Primaten analysiert werden.
So könnte es in 2 Jahren sogar zu einer Eiszeit kommen (after the tipping point…).
Who knows???
Wir sind ja nicht einmal in der Lage, die Vorgänge in Kundus (Afghanistan, Guttenberg und Oberst Klein) exakt zu analysieren — obwohl diese Vorgänge gerade mal nur 2 Monate zurückliegen.
So schwach und *** sind eben die primitiven höheren Primaten…
Und: diese *** überall bringen übrigens auch nicht einmal ein globales Fahrverbot für Sonntage hin... Stattdessen fliegt man lieber sonntags nach Kopenhagen um mal ein paar *** und *** kennen zu lernen (***)
Kein Afrikaner käme auf die Idee, das “Klima” zu schützen — denn das ist weder schützbar noch berechenbar.
Daher vermute ich, dass das ganze Klimagerede wieder mal nur Lobbyarbeit und Wirtschaftskorruption ist.
Das Gehirn des H. sapiens ist schlicht zu klein, um global denken zu können. Zwar gibt es Internet und Computerprogramme, die global denken können (CeNSE), aber immer noch muss der Computer-Output von Primaten analysiert werden.
So könnte es in 2 Jahren sogar zu einer Eiszeit kommen (after the tipping point…).
Who knows???
Wir sind ja nicht einmal in der Lage, die Vorgänge in Kundus (Afghanistan, Guttenberg und Oberst Klein) exakt zu analysieren — obwohl diese Vorgänge gerade mal nur 2 Monate zurückliegen.
So schwach und *** sind eben die primitiven höheren Primaten…
Und: diese *** überall bringen übrigens auch nicht einmal ein globales Fahrverbot für Sonntage hin... Stattdessen fliegt man lieber sonntags nach Kopenhagen um mal ein paar *** und *** kennen zu lernen (***)
Michael Huber @ 16.12.2009 @ 04:14
Wir freuen uns über jeden Beitrag, bitten jedoch, sachlich zu bleiben!
Vielen Dank
Vielen Dank
Armand @ 13.12.2009 @ 10:15
Leute, wünsche Euch viel Erfolg in Kopenhagen; ein historischer Moment für die Erde und Ihr seid mittendrin, spannend! ;-)
LG, Euer Corporate Klimateamer Armand
LG, Euer Corporate Klimateamer Armand
>>> Samstag, 12.12.2009
Peinlicher Fehler bringt neuen Schwung in die Verhandlungen
Die Veranstalter der Klimakonferenz haben in der Konferenzhalle in Kopenhagen einen riesigen Globus aufgestellt, um auf die globale Bedeutung der Weltklimakonferenz hinzuweisen. Dabei ist ihnen ein peinlicher Fehler unterlaufen, denn auf dem Globus fehlen ausgerechnet die pazifischen Inselstaaten wie Tuvalu, Fidji und die Malediven, die bei einem unkontrollierten Meeresspiegelanstieg als erste untergehen würden.

Dieser peinliche Fehler hat aber auch etwas Gutes bewirkt in den Gängen des Bella Centers, denn nun ist allen von neuem bewusst geworden, dass ein Weltklimavertrag, der diesen Namen verdient, unbedingt auch die Interessen der Inselstaaten dieser Welt berücksichtigen muss: Tuvalu und Co werden als Lebensräume nur überleben, wenn ein Meeresspiegelanstieg durch das Abschmelzen des Grönlandeises verhindert wird. Und das kann nur verhindert werden, wenn die Erderwärmung unterhalb von zwei Grad bleibt.
Während die Veranstalter nun eifrig bemüht sind, einen neuen Globus aufzutreiben oder die Inselstaaten nachträglich einzuzeichnen, geht es für uns NGOs darum, diesen einen Planeten zu retten, den wir haben. Dass wir in Wirklichkeit nur einen Planeten haben und die Lage mehr als ernst ist, wissen wir Dank Tausender Medienberichte, Unterschriftenaktionen und Warnungen von Wissenschaftlern schon längst.
Das Schicksal des Planeten hängt derzeit an mehreren Hundert Seiten Vertragstext zu den Themen Waldschutz, CO2 Ausstoß und Entwicklungshilfe. Durch diese Berge aus Papier und Druckerschwärze müssen wir uns nun alle durchwühlen und jene Passagen korrigieren, die für Millionen von Menschen den Untergang bedeuten würden. Heute mussten wir wieder feststellen, dass die Industrienationen nur acht bis zwölf Prozent CO2-Senkung bis 2020 anbieten, obwohl die UNO appelliert, dass es 40 Prozent sein müssen um die Klimakatastrophe zu verhindern. Denn mit dem Meeresspiegel kann man nicht verhandeln.
Dieser peinliche Fehler hat aber auch etwas Gutes bewirkt in den Gängen des Bella Centers, denn nun ist allen von neuem bewusst geworden, dass ein Weltklimavertrag, der diesen Namen verdient, unbedingt auch die Interessen der Inselstaaten dieser Welt berücksichtigen muss: Tuvalu und Co werden als Lebensräume nur überleben, wenn ein Meeresspiegelanstieg durch das Abschmelzen des Grönlandeises verhindert wird. Und das kann nur verhindert werden, wenn die Erderwärmung unterhalb von zwei Grad bleibt.
Während die Veranstalter nun eifrig bemüht sind, einen neuen Globus aufzutreiben oder die Inselstaaten nachträglich einzuzeichnen, geht es für uns NGOs darum, diesen einen Planeten zu retten, den wir haben. Dass wir in Wirklichkeit nur einen Planeten haben und die Lage mehr als ernst ist, wissen wir Dank Tausender Medienberichte, Unterschriftenaktionen und Warnungen von Wissenschaftlern schon längst.
Das Schicksal des Planeten hängt derzeit an mehreren Hundert Seiten Vertragstext zu den Themen Waldschutz, CO2 Ausstoß und Entwicklungshilfe. Durch diese Berge aus Papier und Druckerschwärze müssen wir uns nun alle durchwühlen und jene Passagen korrigieren, die für Millionen von Menschen den Untergang bedeuten würden. Heute mussten wir wieder feststellen, dass die Industrienationen nur acht bis zwölf Prozent CO2-Senkung bis 2020 anbieten, obwohl die UNO appelliert, dass es 40 Prozent sein müssen um die Klimakatastrophe zu verhindern. Denn mit dem Meeresspiegel kann man nicht verhandeln.
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>>> Freitag, 11.12.2009
Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht…
Klimaschutz bedeutet Waldschutz oder besser gesagt Waldschutz bedeutet Klimaschutz. „REDD“ lautet das Wort, das schon im Vorfeld der Klimakonferenz für viel Zündstoff und hitzige Diskussionen weltweit gesorgt hat.
REDD steht für Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, also die Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern. Da die Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung etwa 20 Prozent der vom Menschen produzierten Treibhausgase betragen, stellt der Schutz von Wäldern einen wichtigen Verhandlungspunkt bei den internationalen Klimaverhandlungen in Kopenhagen dar. Nicht nur aus Naturschutzgründen sondern vielmehr aus Kostengründen, denn wie schon der Stern-Report (2006) belegt, kann die Reduzierung der weltweiten Entwaldung auf eine äußerst kostengünstige Weise zum Klimaschutz beizutragen.

Die Grundidee von REDD ist relativ einfach. Sie basiert auf der Funktion der Wälder als riesige Kohlenstoffspeicher dieser Welt. Misst man dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff einen wirtschaftlichen Wert bei, so kann ihr Erhalt umgekehrt auch in wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Im Rahmen eines so genannten REDD-Systems sollen die Emissionen aus tropischer Entwaldung anerkannt und bewertet werden, damit wirtschaftliche Anreize für den Stopp der Entwaldung geboten werden können.
So einfach die Theorie, so schwer die Umsetzung in die Praxis. Seit Jahren heizen vor allem zwei zentrale Fragen die Debatte um REDD an:
Frage eins: Wie soll die Kompensation für den Erhalt der Wälder finanziert werden?
Die beiden wichtigsten Optionen sind hier die Finanzierung über den verbindlichen Emissionshandel auf dem Kohlenstoffmarkt, oder eine freiwillige Finanzierung über spezielle internationale Fonds.
Frage zwei: Soll REDD als offizieller Mechanismus zur Reduktion von CO2 nach 2012 in ein neues Klimaschutzabkommen mit aufgenommen werden?
Dabei hängt die Entscheidung darüber vor allem davon ab, wie die Finanzierungsfrage entschieden wird - über freiwillige Fonds, die Einbeziehung in den bestehenden internationalen Emissionshandel oder den Aufbau eines eigenen Handelssystems.

Während wir gewohnt sind, Wälder zu bewirtschaften, um Geld zu verdienen, ist es jetzt an der Zeit, Geld zu erwirtschaften, um Wälder zu retten. Entwicklungsländer wie Costa Rica, Papua-Neuguinea, Brasilien und Indonesien haben in Kopenhagen ambitionierte und viel versprechende Vorschläge eingereicht, wie die Entwaldung gestoppt, die Biodiversität geschützt und alternative Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung bereit gestellt werden können.
Doch wie konzipiert man einen wirkungsvollen REDD-Mechanismus, der garantiert, dass die CO2-Emissionen, die durch den Erhalt von Wäldern eingespart wurden, zusätzlich zu den Reduktionen im Energiebereich stattfinden? Wie verhindert man, dass die Industrieländer durch den Handel mit waldbezogenen Zertifikaten anfangen sich damit eine grüne Weste zu ermogeln und sich freizukaufen von ihrer Verantwortung Energie einzusparen und damit unseren ökologischen Fußabdruck endlich zu verkleinern?
Wie stellt man sicher, dass die unterschiedlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten der einzelnen Länder gerecht und gleichwertig berücksichtigt werden? Und wie regelt man auf der einen Seite eine freiwillige Teilnahme der Länder an einem REDD-Mechanismus, der dennoch auf der anderen Seite strenger und bindender Regeln bedarf?
Über diese und noch viel mehr Fragen verhandeln und diskutieren die unzähligen Abgeordneten der 192 Staaten auf der Klimakonferenz in Kopenhagen. Es geht um den Beschluss eines starken, globalen Übereinkommens mit einer klaren Zieldefinition zum Erhalt unserer Wälder. Dabei scheint es dieser Tage oftmals so, als sähen die Verhandler selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
REDD steht für Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, also die Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern. Da die Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung etwa 20 Prozent der vom Menschen produzierten Treibhausgase betragen, stellt der Schutz von Wäldern einen wichtigen Verhandlungspunkt bei den internationalen Klimaverhandlungen in Kopenhagen dar. Nicht nur aus Naturschutzgründen sondern vielmehr aus Kostengründen, denn wie schon der Stern-Report (2006) belegt, kann die Reduzierung der weltweiten Entwaldung auf eine äußerst kostengünstige Weise zum Klimaschutz beizutragen.
Die Grundidee von REDD ist relativ einfach. Sie basiert auf der Funktion der Wälder als riesige Kohlenstoffspeicher dieser Welt. Misst man dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff einen wirtschaftlichen Wert bei, so kann ihr Erhalt umgekehrt auch in wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Im Rahmen eines so genannten REDD-Systems sollen die Emissionen aus tropischer Entwaldung anerkannt und bewertet werden, damit wirtschaftliche Anreize für den Stopp der Entwaldung geboten werden können.
So einfach die Theorie, so schwer die Umsetzung in die Praxis. Seit Jahren heizen vor allem zwei zentrale Fragen die Debatte um REDD an:
Frage eins: Wie soll die Kompensation für den Erhalt der Wälder finanziert werden?
Die beiden wichtigsten Optionen sind hier die Finanzierung über den verbindlichen Emissionshandel auf dem Kohlenstoffmarkt, oder eine freiwillige Finanzierung über spezielle internationale Fonds.
Frage zwei: Soll REDD als offizieller Mechanismus zur Reduktion von CO2 nach 2012 in ein neues Klimaschutzabkommen mit aufgenommen werden?
Dabei hängt die Entscheidung darüber vor allem davon ab, wie die Finanzierungsfrage entschieden wird - über freiwillige Fonds, die Einbeziehung in den bestehenden internationalen Emissionshandel oder den Aufbau eines eigenen Handelssystems.
Während wir gewohnt sind, Wälder zu bewirtschaften, um Geld zu verdienen, ist es jetzt an der Zeit, Geld zu erwirtschaften, um Wälder zu retten. Entwicklungsländer wie Costa Rica, Papua-Neuguinea, Brasilien und Indonesien haben in Kopenhagen ambitionierte und viel versprechende Vorschläge eingereicht, wie die Entwaldung gestoppt, die Biodiversität geschützt und alternative Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung bereit gestellt werden können.
Doch wie konzipiert man einen wirkungsvollen REDD-Mechanismus, der garantiert, dass die CO2-Emissionen, die durch den Erhalt von Wäldern eingespart wurden, zusätzlich zu den Reduktionen im Energiebereich stattfinden? Wie verhindert man, dass die Industrieländer durch den Handel mit waldbezogenen Zertifikaten anfangen sich damit eine grüne Weste zu ermogeln und sich freizukaufen von ihrer Verantwortung Energie einzusparen und damit unseren ökologischen Fußabdruck endlich zu verkleinern?
Wie stellt man sicher, dass die unterschiedlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten der einzelnen Länder gerecht und gleichwertig berücksichtigt werden? Und wie regelt man auf der einen Seite eine freiwillige Teilnahme der Länder an einem REDD-Mechanismus, der dennoch auf der anderen Seite strenger und bindender Regeln bedarf?
Über diese und noch viel mehr Fragen verhandeln und diskutieren die unzähligen Abgeordneten der 192 Staaten auf der Klimakonferenz in Kopenhagen. Es geht um den Beschluss eines starken, globalen Übereinkommens mit einer klaren Zieldefinition zum Erhalt unserer Wälder. Dabei scheint es dieser Tage oftmals so, als sähen die Verhandler selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
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>>> Donnerstag, 10.12.2009
Grünes oder rotes Tor?
Wenn wir unsere Kollegen des WWF-Teams zwischen Interviewterminen und Verhandlungsgesprächen hin und her rennen sehen, dann wird eines klar: die Welt ist aufgewacht und endlich scheinen alle Augen auf die Klimakonferenz in der dänischen Hauptstadt gerichtet. Die Klimaverhandlungen sind das am zweitmeisten diskutierte Thema auf Twitter, das Thema Nummer 1 ist Weihnachten...
Doch Gespräche alleine sind schon längst zu wenig für einen erfolgreichen Klimavertrag in Kopenhagen, denn geredet wurde nun genug. In Kopenhagen geht es in den nächsten zwei Wochen darum Nägel mit Köpfen zu machen und unseren Planeten zu retten. Um diese Verantwortung den Entscheidungsträgern in Kopenhagen bewusst zu machen, hat der WWF am Eingang zum Konferenzgebäude zwei Tore aufgestellt. Ein Tor ist in grünem Vote-Earth-Design und steht für die Rettung unserer Erde. Das andere ist rot angemalt und bedeutet Klimaerwärmung. Davor führt eine Straßengabelung zu beiden Toren. Die Delegierten werden eingeladen sich zu entscheiden, über welches Tor sie die Konferenzhallen betreten möchten.

Der WWF möchte mit dieser Aktion symbolisieren, dass jeder Schritt für den Klimaschutz bewusst und verantwortungsvoll gesetzt werden kann und dass jeder die Entscheidung in der Hand hat. Wir sind schon gespannt durch welches Tor unser Bundeskanzler Werner Faymann und unser Umweltminister Niki Berlakovich gehen werden...
Für viel Aufregung sorgte in den letzten Tagen ein vom britischen Magazin "The Guardian" veröffentlichtes Dokument mit dem Namen “Rasmussen-Papier”. Es stellt den fertigen Entwurf eines alternativen Klimaabkommens für Dänemark dar, für den Fall, dass die Verhandler in ihren vielen Arbeitsgruppen keine Einigung erzielen. Diese Strategie der Dänen mag gut gemeint sein, sorgte aber heute auf diplomatischer Ebene für großes Misstrauen. Schließlich geht es in Kopenhagen ja genau darum, gemeinsam ein Abkommen zu beschließen. Vor allem die Entwicklungsländer zeigen sich entrüstet, da das “Rasmussen-Papier” viel zu wenig auf die legitimen Interessen dieser Länder eingeht.
Doch all die Aufruhr darf nicht den Blick ablenken von dem, um was es in Kopenhagen eigentlich geht und was der Aufmerksamkeit der ganzen Welt bedarf: die Entscheidung über ein verbindliches Klimaschutzabkommen zur Rettung unseres Planeten. Die Stimmung in Kopenhagen ist und bleibt jedenfalls positiv. Grund dafür sind die neuesten Meldungen aus den USA, dass US-Präsident Barack Obama deutlich mehr eigene Entscheidungsmacht hat als bisher angenommen. Nach der gestern verlautbarten Rechtsmeinung darf der Präsident nunmehr CO2-Beschränkungen für die USA erlassen auch ohne die Zustimmung des amerikanischen Kongresses. Diese Entscheidung verleiht der Konferenz neuen Rückenwind, denn Obama gilt als Befürworter eines starken Weltklimavertrags der bisher nur vom Kongress gebremst wurde. Wir sind positiv gespannt, was Obama mit dieser neu gewonnenen Freiheit in den nächsten Tagen anfangen wird.
Kathrin Hebel, Markus Niedermair, Franko Petri
Doch Gespräche alleine sind schon längst zu wenig für einen erfolgreichen Klimavertrag in Kopenhagen, denn geredet wurde nun genug. In Kopenhagen geht es in den nächsten zwei Wochen darum Nägel mit Köpfen zu machen und unseren Planeten zu retten. Um diese Verantwortung den Entscheidungsträgern in Kopenhagen bewusst zu machen, hat der WWF am Eingang zum Konferenzgebäude zwei Tore aufgestellt. Ein Tor ist in grünem Vote-Earth-Design und steht für die Rettung unserer Erde. Das andere ist rot angemalt und bedeutet Klimaerwärmung. Davor führt eine Straßengabelung zu beiden Toren. Die Delegierten werden eingeladen sich zu entscheiden, über welches Tor sie die Konferenzhallen betreten möchten.
Der WWF möchte mit dieser Aktion symbolisieren, dass jeder Schritt für den Klimaschutz bewusst und verantwortungsvoll gesetzt werden kann und dass jeder die Entscheidung in der Hand hat. Wir sind schon gespannt durch welches Tor unser Bundeskanzler Werner Faymann und unser Umweltminister Niki Berlakovich gehen werden...
Für viel Aufregung sorgte in den letzten Tagen ein vom britischen Magazin "The Guardian" veröffentlichtes Dokument mit dem Namen “Rasmussen-Papier”. Es stellt den fertigen Entwurf eines alternativen Klimaabkommens für Dänemark dar, für den Fall, dass die Verhandler in ihren vielen Arbeitsgruppen keine Einigung erzielen. Diese Strategie der Dänen mag gut gemeint sein, sorgte aber heute auf diplomatischer Ebene für großes Misstrauen. Schließlich geht es in Kopenhagen ja genau darum, gemeinsam ein Abkommen zu beschließen. Vor allem die Entwicklungsländer zeigen sich entrüstet, da das “Rasmussen-Papier” viel zu wenig auf die legitimen Interessen dieser Länder eingeht.
Doch all die Aufruhr darf nicht den Blick ablenken von dem, um was es in Kopenhagen eigentlich geht und was der Aufmerksamkeit der ganzen Welt bedarf: die Entscheidung über ein verbindliches Klimaschutzabkommen zur Rettung unseres Planeten. Die Stimmung in Kopenhagen ist und bleibt jedenfalls positiv. Grund dafür sind die neuesten Meldungen aus den USA, dass US-Präsident Barack Obama deutlich mehr eigene Entscheidungsmacht hat als bisher angenommen. Nach der gestern verlautbarten Rechtsmeinung darf der Präsident nunmehr CO2-Beschränkungen für die USA erlassen auch ohne die Zustimmung des amerikanischen Kongresses. Diese Entscheidung verleiht der Konferenz neuen Rückenwind, denn Obama gilt als Befürworter eines starken Weltklimavertrags der bisher nur vom Kongress gebremst wurde. Wir sind positiv gespannt, was Obama mit dieser neu gewonnenen Freiheit in den nächsten Tagen anfangen wird.
Kathrin Hebel, Markus Niedermair, Franko Petri
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>>> Mittwoch, 09.12.2009
Kopenhagen in ihr Wohnzimmer: Erleben Sie die Klimakonferenz live mit!
Für die Österreicherinnen und Österreichern ist Klimaschutz ein großes Anliegen. Wir danken Ihnen für Ihren großartigen Beitrag und für Ihr deutliches Interesse für unser Klima. Das zeigen die knapp 21.000 Stimmen auf www.voteearth.at . Diese erste weltweite Volksabstimmung für das Klima hat jedoch noch viel mehr bewirkt – in den letzten Wochen sind durch diese Stimmen und durch zahlreiche Medienbeiträge und Aktionen im Zeichen des Klimaschutzes die Erwartungshaltung an Kopenhagen deutlich gestiegen. Das Bewusstsein für die Wichtigkeit eines verbindlichen Klimaschutzabkommens wurde zu einem globalen Bewusstsein.
Jetzt ist es also endlich so weit: Am Montag, den 7. Dezember hat die Weltklimakonferenz in Kopenhagen begonnen. Diese Konferenz mit zig-tausenden Delegierten, NGO-Vertretern, Experten und Wissenschaftlern kann wohl als die wichtigste Konferenz in der Menschheitsgeschichte bezeichnet werden. Diese Konferenz ist auch eine Friedenskonferenz um den Krieg gegen die Natur und unser Weltklima zu beenden. Doch anders als am Wiener Kongress oder in Jalta nach dem Zweiten Weltkrieg geht es nicht um politische Grenzziehungen, die sich in ein paar Jahrzehnten sowieso wieder ändern, sondern es geht schlichtweg um das Wie unser planetares Überleben für die nächsten paar Jahrhunderte. Seien Sie live dabei und schauen Sie sich die Video-Blogs des WWF an auf http://cop15.panda.org/ .

Die Delegierten von 192 Staaten werden in den kommenden 2 Wochen einen neuen Weltklimavertrag verhandeln, der die gefährlichsten Folgen der Erderwärmung verhindern und die Durchschnittstemperatur unseres Planeten unterhalb der kritischen Zwei-Grad-Marke halten soll. Die Diagnose bei der Klimakonferenz steht bereits fest. Unsere Welt leidet auf dramatische Weise an Fieber. Über die einzig wirksamen, fiebersenkenden Mittel sind sich die wissenschaftlichen Experten weltweit einig: nur CO2-Einsparungen von 40 Prozent bis 2020 und eine klare Verantwortung der Industrienationen gegenüber den Entwicklungsländern werden die hohen Temperaturen unserer Erde auf Dauer senken und einen Klimakollaps verhindern. Außerdem müssen verbindliche „Hilfspakete“ zur Rettung der Regenwälder verabschiedet werden. Die Zerstörung dieser globalen CO2-Speicher und grünen Lungen unseres Planeten verursacht ein Viertel des gesamten CO2 in unserer Atmosphäre.
Doch die Politiker dieser Welt können unseren Planeten nicht alleine retten. Jeder einzelne von uns ist gefragt, wenn es um die Heilung unserer Erde und damit um die Zukunft der kommenden Generationen geht. Wir alle müssen unsere Hausaufgaben machen und im privaten wie im beruflichen Alltag klimafreundlicher handeln. Jede Klimaaktion zählt! Möge das Ausschalten von Geräten, der Kauf regionaler Produkte oder ein bewusstes Heizen zu Hause und im Büro auch noch so klein und unwichtig wirken - die Summe unseres Handelns und der verantwortungsvolle Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen macht Klimaschutz überhaupt erst möglich. Wir müssen erkennen, dass klimafreundliches Handeln nicht Verzicht sondern eine Steigerung unserer Lebensqualität bedeutet. 30 einfache Klimatipps für den Alltag finden Sie auf www.wwf.at/klima !
Wir, das Klimateam des WWF, sind bei der Klimakonferenz in Kopenhagen live vor Ort, um nicht nur die Verhandlungen zu begleiten sondern auch, um dort Ihre wertvollen Stimmen österreichischen Umweltminister zu überreichen. Bisher sind es über 21.000 Unterschriften, die der österreichischen Delegation nicht nur den nötigen Rückenwind für die Verhandlungen geben sollen, sondern auch Handlungsauftrag und Mahnung für Umweltminister Berlakovich sein sollen, wie wichtig es ist ein globales und verbindliches Klimaschutzabkommen zu beschließen.

In den folgenden Wochen finden Sie hier täglich einen aktuellen Überblick über die Geschehnisse in Kopenhagen und über den Stand der Klima-Verhandlungen.
Bis morgen – mit klimafreundlichen Grüßen,
Ihr WWF Klimateam, Markus Niedermair, Kathrin Hebel und Franko Petri
Jetzt ist es also endlich so weit: Am Montag, den 7. Dezember hat die Weltklimakonferenz in Kopenhagen begonnen. Diese Konferenz mit zig-tausenden Delegierten, NGO-Vertretern, Experten und Wissenschaftlern kann wohl als die wichtigste Konferenz in der Menschheitsgeschichte bezeichnet werden. Diese Konferenz ist auch eine Friedenskonferenz um den Krieg gegen die Natur und unser Weltklima zu beenden. Doch anders als am Wiener Kongress oder in Jalta nach dem Zweiten Weltkrieg geht es nicht um politische Grenzziehungen, die sich in ein paar Jahrzehnten sowieso wieder ändern, sondern es geht schlichtweg um das Wie unser planetares Überleben für die nächsten paar Jahrhunderte. Seien Sie live dabei und schauen Sie sich die Video-Blogs des WWF an auf http://cop15.panda.org/ .
Die Delegierten von 192 Staaten werden in den kommenden 2 Wochen einen neuen Weltklimavertrag verhandeln, der die gefährlichsten Folgen der Erderwärmung verhindern und die Durchschnittstemperatur unseres Planeten unterhalb der kritischen Zwei-Grad-Marke halten soll. Die Diagnose bei der Klimakonferenz steht bereits fest. Unsere Welt leidet auf dramatische Weise an Fieber. Über die einzig wirksamen, fiebersenkenden Mittel sind sich die wissenschaftlichen Experten weltweit einig: nur CO2-Einsparungen von 40 Prozent bis 2020 und eine klare Verantwortung der Industrienationen gegenüber den Entwicklungsländern werden die hohen Temperaturen unserer Erde auf Dauer senken und einen Klimakollaps verhindern. Außerdem müssen verbindliche „Hilfspakete“ zur Rettung der Regenwälder verabschiedet werden. Die Zerstörung dieser globalen CO2-Speicher und grünen Lungen unseres Planeten verursacht ein Viertel des gesamten CO2 in unserer Atmosphäre.
Doch die Politiker dieser Welt können unseren Planeten nicht alleine retten. Jeder einzelne von uns ist gefragt, wenn es um die Heilung unserer Erde und damit um die Zukunft der kommenden Generationen geht. Wir alle müssen unsere Hausaufgaben machen und im privaten wie im beruflichen Alltag klimafreundlicher handeln. Jede Klimaaktion zählt! Möge das Ausschalten von Geräten, der Kauf regionaler Produkte oder ein bewusstes Heizen zu Hause und im Büro auch noch so klein und unwichtig wirken - die Summe unseres Handelns und der verantwortungsvolle Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen macht Klimaschutz überhaupt erst möglich. Wir müssen erkennen, dass klimafreundliches Handeln nicht Verzicht sondern eine Steigerung unserer Lebensqualität bedeutet. 30 einfache Klimatipps für den Alltag finden Sie auf www.wwf.at/klima !
Wir, das Klimateam des WWF, sind bei der Klimakonferenz in Kopenhagen live vor Ort, um nicht nur die Verhandlungen zu begleiten sondern auch, um dort Ihre wertvollen Stimmen österreichischen Umweltminister zu überreichen. Bisher sind es über 21.000 Unterschriften, die der österreichischen Delegation nicht nur den nötigen Rückenwind für die Verhandlungen geben sollen, sondern auch Handlungsauftrag und Mahnung für Umweltminister Berlakovich sein sollen, wie wichtig es ist ein globales und verbindliches Klimaschutzabkommen zu beschließen.
In den folgenden Wochen finden Sie hier täglich einen aktuellen Überblick über die Geschehnisse in Kopenhagen und über den Stand der Klima-Verhandlungen.
Bis morgen – mit klimafreundlichen Grüßen,
Ihr WWF Klimateam, Markus Niedermair, Kathrin Hebel und Franko Petri
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Liesi @ 09.12.2009 @ 09:05
Leute, es bringt nix.
1. wird man wieder nix tun, und die ganzen Reichen Leute wollen auf ihren Lebensstandart nicht verzichten..der Großteil der Menschheit scheißt sich einfach nix um den Planeten. Die checken nicht, dass ihnen Arbeitsplätze, Geld, hoher Lebensstandard alles nix nutzt wenn die Erde nicht mehr lebenswert ist weil wir sie vergiften. Das checkt niemand. Und somit seh ich einfach schwarz.
Lest euch mal den Artikel aus dem aktuellen Welt der Wunder Magazin durch....erschreckend. Und da sieht man, dass es eigentlich bereits zu spät ist.
Die Ozeane sind verseucht, das Gemüse enthält Schwermetalle, Böden sind verseucht usw....WIE soll man das alles wieder rückgängig machen??
Ich habe wenig Hoffnung :-(
Schade.....du wunderbare Welt :(
1. wird man wieder nix tun, und die ganzen Reichen Leute wollen auf ihren Lebensstandart nicht verzichten..der Großteil der Menschheit scheißt sich einfach nix um den Planeten. Die checken nicht, dass ihnen Arbeitsplätze, Geld, hoher Lebensstandard alles nix nutzt wenn die Erde nicht mehr lebenswert ist weil wir sie vergiften. Das checkt niemand. Und somit seh ich einfach schwarz.
Lest euch mal den Artikel aus dem aktuellen Welt der Wunder Magazin durch....erschreckend. Und da sieht man, dass es eigentlich bereits zu spät ist.
Die Ozeane sind verseucht, das Gemüse enthält Schwermetalle, Böden sind verseucht usw....WIE soll man das alles wieder rückgängig machen??
Ich habe wenig Hoffnung :-(
Schade.....du wunderbare Welt :(
Oliver @ 09.12.2009 @ 02:39
Yeah! Ein schoener erfolg!
>>> Dienstag, 01.12.2009
Klimagipfel in Kopenhagen
Von 7. bis 18. Dezember 2009 findet in Kopenhagen die Weltklimakonferenz statt. Dort entscheiden die wichtigsten Politiker der Welt über die Zukunft unseres Planeten.
"VOTE EARTH – Wähle die Erde!" ist die erste weltweite Volksabstimmung fürs Klima! Der WWF übergibt alle Stimmen an die Entscheidungsträger, damit diese ein Klima-Abkommen zum Schutz unserer Erde beschließen.
Kathrin Hebel und Markus Niedermair, die Klimaexperten des WWF Österreich, werden ab 9. Dezember an dieser Stelle täglich von der Konferenz berichten.
"VOTE EARTH – Wähle die Erde!" ist die erste weltweite Volksabstimmung fürs Klima! Der WWF übergibt alle Stimmen an die Entscheidungsträger, damit diese ein Klima-Abkommen zum Schutz unserer Erde beschließen.
Kathrin Hebel und Markus Niedermair, die Klimaexperten des WWF Österreich, werden ab 9. Dezember an dieser Stelle täglich von der Konferenz berichten.
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Liesi @ 08.12.2009 @ 10:28
Na hoffentlich kommt da endlich mal was gscheites raus!!!! Wir müssen endlich etwas unternehmen.....öffnet eure Augen. Das gibts ja nicht....!!!!!
Wie kann man bei so gravierenden Problemen einfach wegsehen???
Wie kann man bei so gravierenden Problemen einfach wegsehen???
edith mueller @ 04.12.2009 @ 09:58
wir müssen diesen wunderschönen planeten retten!!!!


