Klimakonferenz in Poznan (Markus Niedermair, Kathrin Hebel)
>>> Samstag, 13.12.2008
Das große Weihnachts-Klima-Dinner von Poznan
Endlich Weihnachten! Der Tisch ist gedeckt, Kerzen brennen, Andächtigkeit herrscht. Die geladenen 190 Gäste sind alle eingetroffen und haben nach einem gebührenden Empfang ihre Plätze eingenommen. Nun freuen sich alle auf das heißersehnte Gala-Dinner von Poznan 2008.

1. Als kalte Vorspeise gibt es einen Tropenwaldsalat. Alle Gäste begrüßen zwar dieses Appetit anregende Entree, aber ob durch die Berücksichtigung des Tropenwaldes im Menüplan dem Klima wirklich geholfen ist, lässt sich aus dem wirren Grün, das dekorativ den Teller ziert, nicht wirklich ablesen. Nicht alle scheinen mit diesem ersten Gang wirklich zufrieden zu sein: Während die einen den Tropenwald-Salat als festen Bestandteil einer klima-gesunden Ernährung sehen, lehnen andere diese Vorspeise dankend ab, weil sie nur essen, was aus kontrolliert biologischem und fairem Anbau stammt. Aufgrund der doch berechtigten Kritik einiger Gäste, müssen sich die Chefköche für Kopenhagen sicher überlegen, wie sie diese Vorspeise nächstes Jahr so servieren wollen, dass sie allen schmeckt.
2. Als zweiten Gang preist die Menükarte eine Adaptionsfonds-Suppe mit reichhaltigen Ingredienzien aus den Industriestaaten. „Leider ist diese Suppe nicht nur dünn und wässrig, sie reicht auch bei Weitem nicht für alle Gäste, die heute Abend satt werden wollen“, sagt Josefa Molitor-Ruckenbauer von der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz (KOO). „Für jedes vom Klimawandel betroffene Entwicklungsland gibt es leider nur einen halben Teelöffel voll wässrigen Adaptionsbouillons“, so Molitor-Ruckenbauer enttäuscht.
3. Doch auch der dritte Gang hinterlässt ein flaues Gefühl im Magen. „Das Ratatouille aus halbherzigen Klimaschutzversprechungen der EU-Staaten, garniert mit einem Hauch von Klimaschutznichts aus den Gärten Japans, Kanadas, Australiens und auch Neuseelands sind alles andere als Gaumenfreuden und entsprechen nicht den Erwartungen der angereisten Gäste“, stellt Wolfgang Mehl, Geschäftsführer des Klimabündnis Österreich, ernüchternd fest.

4. Nach dem bisher mehr als unbefriedigenden Menu, freuen sich die Gäste nun auf den hoffentlich gelungenen Hauptgang – doch allein der Blick auf den Teller lässt nichts Gutes ahnen. „Das angepriesene EU-Klimaschutzpaket als saftiger Weihnachtsgansbraten macht eher einen verkohlten Eindruck und das Fleisch schmeckt trocken und zäh“, kommentiert Silva Herrmann, Klimasprecherin von GLOBAL 2000 das Hauptgericht. „Jeder Bissen wird mehr im Mund - je länger man kaut“. Daher greifen die Gäste lieber zu den chinesischen Beilagen, denn das 600-Milliarden-Investitionspaket für grüne Energien duftet im Vergleich dazu richtig gut.
Endlich Dessert!
Die schwer verdauliche Kost schreit beinahe nach einem leichten und klimaverträglichen Nachtisch. Leider wird aber als Arbeitsprogramm für 2009 ein kalorienreicher Plumpudding, extra garniert mit öliger Creme, fossil serviert. Den schafft nun wirklich keiner mehr und deshalb bleibt außer polnischem Schnaps nur noch die Hoffnung auf leicht verdauliches dänisches Smørebrød auf dieser Konferenz in Kopenhagen.
Während sich die einen über das misslungene Klimaverhandlungsmenü hier in Polen beschweren und eine Verbesserung der Kochkünste für das große Kopenhagen-Weihnachtsdinner 2009 beträchtlich anzweifeln, sehen es andere Gäste wesentlich positiver. Sie versuchen daran zu erinnern, dass alle dankbar sein sollten, dass es dieses Jahr überhaupt ein gemeinsames Weihnachtsessen mit einem Menü aus mehreren Gängen gab. Und sie freuen sich darüber, dass trotz der vielen Beschwerden alle Gäste bereits heute für die große Galaveranstaltung in Dänemark fix zugesagt haben.
Auf Wiedersehen bei „Kochen fürs Klima“ in Kopenhagen 2009!
1. Als kalte Vorspeise gibt es einen Tropenwaldsalat. Alle Gäste begrüßen zwar dieses Appetit anregende Entree, aber ob durch die Berücksichtigung des Tropenwaldes im Menüplan dem Klima wirklich geholfen ist, lässt sich aus dem wirren Grün, das dekorativ den Teller ziert, nicht wirklich ablesen. Nicht alle scheinen mit diesem ersten Gang wirklich zufrieden zu sein: Während die einen den Tropenwald-Salat als festen Bestandteil einer klima-gesunden Ernährung sehen, lehnen andere diese Vorspeise dankend ab, weil sie nur essen, was aus kontrolliert biologischem und fairem Anbau stammt. Aufgrund der doch berechtigten Kritik einiger Gäste, müssen sich die Chefköche für Kopenhagen sicher überlegen, wie sie diese Vorspeise nächstes Jahr so servieren wollen, dass sie allen schmeckt.
2. Als zweiten Gang preist die Menükarte eine Adaptionsfonds-Suppe mit reichhaltigen Ingredienzien aus den Industriestaaten. „Leider ist diese Suppe nicht nur dünn und wässrig, sie reicht auch bei Weitem nicht für alle Gäste, die heute Abend satt werden wollen“, sagt Josefa Molitor-Ruckenbauer von der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz (KOO). „Für jedes vom Klimawandel betroffene Entwicklungsland gibt es leider nur einen halben Teelöffel voll wässrigen Adaptionsbouillons“, so Molitor-Ruckenbauer enttäuscht.
3. Doch auch der dritte Gang hinterlässt ein flaues Gefühl im Magen. „Das Ratatouille aus halbherzigen Klimaschutzversprechungen der EU-Staaten, garniert mit einem Hauch von Klimaschutznichts aus den Gärten Japans, Kanadas, Australiens und auch Neuseelands sind alles andere als Gaumenfreuden und entsprechen nicht den Erwartungen der angereisten Gäste“, stellt Wolfgang Mehl, Geschäftsführer des Klimabündnis Österreich, ernüchternd fest.
4. Nach dem bisher mehr als unbefriedigenden Menu, freuen sich die Gäste nun auf den hoffentlich gelungenen Hauptgang – doch allein der Blick auf den Teller lässt nichts Gutes ahnen. „Das angepriesene EU-Klimaschutzpaket als saftiger Weihnachtsgansbraten macht eher einen verkohlten Eindruck und das Fleisch schmeckt trocken und zäh“, kommentiert Silva Herrmann, Klimasprecherin von GLOBAL 2000 das Hauptgericht. „Jeder Bissen wird mehr im Mund - je länger man kaut“. Daher greifen die Gäste lieber zu den chinesischen Beilagen, denn das 600-Milliarden-Investitionspaket für grüne Energien duftet im Vergleich dazu richtig gut.
Endlich Dessert!
Die schwer verdauliche Kost schreit beinahe nach einem leichten und klimaverträglichen Nachtisch. Leider wird aber als Arbeitsprogramm für 2009 ein kalorienreicher Plumpudding, extra garniert mit öliger Creme, fossil serviert. Den schafft nun wirklich keiner mehr und deshalb bleibt außer polnischem Schnaps nur noch die Hoffnung auf leicht verdauliches dänisches Smørebrød auf dieser Konferenz in Kopenhagen.
Während sich die einen über das misslungene Klimaverhandlungsmenü hier in Polen beschweren und eine Verbesserung der Kochkünste für das große Kopenhagen-Weihnachtsdinner 2009 beträchtlich anzweifeln, sehen es andere Gäste wesentlich positiver. Sie versuchen daran zu erinnern, dass alle dankbar sein sollten, dass es dieses Jahr überhaupt ein gemeinsames Weihnachtsessen mit einem Menü aus mehreren Gängen gab. Und sie freuen sich darüber, dass trotz der vielen Beschwerden alle Gäste bereits heute für die große Galaveranstaltung in Dänemark fix zugesagt haben.
Auf Wiedersehen bei „Kochen fürs Klima“ in Kopenhagen 2009!
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Dyrn @ 17.11.2009 @ 10:03
Möglicherweise von Interesse:
Letztes Wochenende fand in Tutzing (Bayern) eine dreitägige Tagung zum Thema „Der Klimawandel – Zwang zur Energiewende“ statt. Teilnehmer u.a.: Der frühere Finanzminister Hans Eichel und der EU Kommissar für Energie, Andris Piebalgs.
Tagungsbericht ist hier online: http://www.ttn-institut.de/klim...el-energiewende
Letztes Wochenende fand in Tutzing (Bayern) eine dreitägige Tagung zum Thema „Der Klimawandel – Zwang zur Energiewende“ statt. Teilnehmer u.a.: Der frühere Finanzminister Hans Eichel und der EU Kommissar für Energie, Andris Piebalgs.
Tagungsbericht ist hier online: http://www.ttn-institut.de/klim...el-energiewende
>>> Freitag, 12.12.2008
Der lange Marsch der Pinguine
Fast wie Pinguine wirken die endlosen Kolonnen von Delegierten und Ministern mit ihren weißen Hemden und schwarzen Sakkos. So wie die Pinguine auf den Eisschollen bewegen auch sie sich auf dünnem Eis.
An den Schweiß gebadeten Gesichtern lässt sich ablesen, dass die Klimaerwärmung nicht nur die Pinguine in der Antarktis sondern auch deren menschliche Pendants in Brüssel erreicht hat.
Bisher nahm man ja an, dass die antarktische Halbinsel der absolute Brennpunkt der Erderwärmung sei. Dort heizt sich das Klima verglichen mit allen anderen Regionen der Welt fünfmal schneller auf. In diesen Tagen scheint es aber keinen heißeren Ort zu geben als Brüssel. Es stellt sich die Frage, woher diese sengende Hitze kommt: Nach Einschätzung der Klimatologen in Poznan entstammt diese extreme Wärmeentwicklung wohl eher der Reibungsenergie der Verhandlungen als aus der Bewegungskraft nach vorne in Richtung eines erfolgreichen Klimapakets und eines klaren Fahrplans zur alles entscheidenden Klimakonferenz von Kopenhagen 2009.
Nicht, dass sich nichts bewegen würde, im Gegenteil, die Gangart der Minister ist heute mehr als schnell und hektisch, viel wesentlicher ist allerdings die Richtung, in die sie rennen und hier sind wahrlich alle Wege offen.

Hochgradige Temperatur-Anomalien zeigen die Wärmebildkameras der Klimasatelliten derzeit auch über Wien ungeachtet der momentan dort herrschenden winterlichen Bedingungen. Weil unser Treibhausgas-Ausstoß seit 1990 statt um 13 Prozent zu sinken, um mehr als 17 Prozent angestiegen ist, sind wir im großen Welt-Klimaschutz-Test von Rang 28 auf Rang 50 abgerutscht. Und als wäre das für unseren Ruf als Umweltmusterland nicht schlecht genug, werden wir international gerade heftig kritisiert, dass wir in Brüssel die Verhandlungen über das Klimapaket bremsen. Diese Geschichte gehört genauso heiß gegessen, wie sie von den internationalen Kommentatoren auch gekocht wird. Wie ein Sandkörnchen klemmt Österreich derzeit im feinen Getriebe der globalen Klimapolitik und blockiert die Weiterfahrt in das wichtige Kopenhagen-Endspurt-Jahr 2009.
Dabei tickt die Uhr und auch das kleine Österreich muss in seiner Haltung zur Kenntnis nehmen, dass es nicht vertretbar ist, dass ein Acht-Millionen-Volk einer Weltbevölkerung von fast sieben Milliarden Menschen beim Klimaschutz Steine in den Weg legt. Unsere Hoffnung und auch jene der internationalen Klimagemeinschaft ruhen nun auf dem neuen Umweltminister Niki Berlakowitsch und Bundeskanzler Werner Faymann. Wir wünschen beiden das Glück und die nötige Weitsicht. Sie müssen die Schination und Gletscher-Hochburg Österreich im Klimaschutz wieder nach vorne bringen und zu dem Umweltmusterland machen, das ein Einmischen eines solch kleinen Staates in die Welt-Umweltpolitik rechtfertigen würde.
Um es mit dem Robert Palfrader, unserem geliebten Kaiser Heinrich I., zu sagen: „Wir Österreicher müssen endlich auch mal ein bisschen brav sein.“ Faymann muss das im EU-Klimapaket für Österreich vorgesehene Ziel von „34 Prozent Erneuerbare Energien“ im Jahr 2020 ohne Vorbehalt und ohne Rücktrittsklausel bzw. anderen rechtlichen Hintertürchen akzeptieren und sich damit ganz klar zum EU-Klimapaket bekennen. Denn im langen Marsch der Pinguine ist heute mehr denn je Geschlossenheit gefragt, um sich im globalen Klimawandel als anpassungsfähig zu erweisen – oder wir werden im wahrsten Sinn des Wortes untergehen.
An den Schweiß gebadeten Gesichtern lässt sich ablesen, dass die Klimaerwärmung nicht nur die Pinguine in der Antarktis sondern auch deren menschliche Pendants in Brüssel erreicht hat.
Bisher nahm man ja an, dass die antarktische Halbinsel der absolute Brennpunkt der Erderwärmung sei. Dort heizt sich das Klima verglichen mit allen anderen Regionen der Welt fünfmal schneller auf. In diesen Tagen scheint es aber keinen heißeren Ort zu geben als Brüssel. Es stellt sich die Frage, woher diese sengende Hitze kommt: Nach Einschätzung der Klimatologen in Poznan entstammt diese extreme Wärmeentwicklung wohl eher der Reibungsenergie der Verhandlungen als aus der Bewegungskraft nach vorne in Richtung eines erfolgreichen Klimapakets und eines klaren Fahrplans zur alles entscheidenden Klimakonferenz von Kopenhagen 2009.
Nicht, dass sich nichts bewegen würde, im Gegenteil, die Gangart der Minister ist heute mehr als schnell und hektisch, viel wesentlicher ist allerdings die Richtung, in die sie rennen und hier sind wahrlich alle Wege offen.
Hochgradige Temperatur-Anomalien zeigen die Wärmebildkameras der Klimasatelliten derzeit auch über Wien ungeachtet der momentan dort herrschenden winterlichen Bedingungen. Weil unser Treibhausgas-Ausstoß seit 1990 statt um 13 Prozent zu sinken, um mehr als 17 Prozent angestiegen ist, sind wir im großen Welt-Klimaschutz-Test von Rang 28 auf Rang 50 abgerutscht. Und als wäre das für unseren Ruf als Umweltmusterland nicht schlecht genug, werden wir international gerade heftig kritisiert, dass wir in Brüssel die Verhandlungen über das Klimapaket bremsen. Diese Geschichte gehört genauso heiß gegessen, wie sie von den internationalen Kommentatoren auch gekocht wird. Wie ein Sandkörnchen klemmt Österreich derzeit im feinen Getriebe der globalen Klimapolitik und blockiert die Weiterfahrt in das wichtige Kopenhagen-Endspurt-Jahr 2009.
Dabei tickt die Uhr und auch das kleine Österreich muss in seiner Haltung zur Kenntnis nehmen, dass es nicht vertretbar ist, dass ein Acht-Millionen-Volk einer Weltbevölkerung von fast sieben Milliarden Menschen beim Klimaschutz Steine in den Weg legt. Unsere Hoffnung und auch jene der internationalen Klimagemeinschaft ruhen nun auf dem neuen Umweltminister Niki Berlakowitsch und Bundeskanzler Werner Faymann. Wir wünschen beiden das Glück und die nötige Weitsicht. Sie müssen die Schination und Gletscher-Hochburg Österreich im Klimaschutz wieder nach vorne bringen und zu dem Umweltmusterland machen, das ein Einmischen eines solch kleinen Staates in die Welt-Umweltpolitik rechtfertigen würde.
Um es mit dem Robert Palfrader, unserem geliebten Kaiser Heinrich I., zu sagen: „Wir Österreicher müssen endlich auch mal ein bisschen brav sein.“ Faymann muss das im EU-Klimapaket für Österreich vorgesehene Ziel von „34 Prozent Erneuerbare Energien“ im Jahr 2020 ohne Vorbehalt und ohne Rücktrittsklausel bzw. anderen rechtlichen Hintertürchen akzeptieren und sich damit ganz klar zum EU-Klimapaket bekennen. Denn im langen Marsch der Pinguine ist heute mehr denn je Geschlossenheit gefragt, um sich im globalen Klimawandel als anpassungsfähig zu erweisen – oder wir werden im wahrsten Sinn des Wortes untergehen.
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>>> Donnerstag, 11.12.2008
Un-coole Weihnachtsgeschenke
Langsam, aber sicher wird die Stimmung hier in den langen Gängen des Konferenzgebäudes von Poznan hektisch. Es geht zu wie in den Fußgängerzonen Österreichs zu Heiligabend kurz vor Geschäftsschluss. Während manche bereits alle Einkäufe seit Wochen erledigt haben und nun gelassen bei einem Glas Punsch dem Treiben zusehen, hetzen tausende andere von Shop zu Shop, um irgendwo noch ein halbwegs passendes Geschenk zu finden.
Leicht haben es da die reichen Verwandten aus der Schweiz und aus Norwegen, die wissen, dass man mit einem ordentlichen Geldgeschenk an Heiligabend noch immer ein dankbares Lächeln geerntet hat. Wenig Grund zur Weihnachtshektik hat auch der reiche Onkel aus Amerika. Von ihm wissen alle, dass sein Geschenk von ganz weit her kommt und meist mit Verspätung unter dem Christbaum landet. Umso größer ist dann die Freude, wenn man ein paar Tage nach der Bescherung noch ein frisches Päckchen aufmachen darf, von dem man weiß, dass es aus einem Land stammt, aus dem die tollsten und spannendsten Spielsachen kommen.
Die EU-Familie hingegen wirkt in diesen Tagen wie im totalen Weihnachtsstress. Sie haben der Weltfamilie ein riesengroßes Geschenk versprochen, bei dem die Verpackung höchste Erwartungen geweckt hat. Leider ist es weitgehend leer. Nun stehen mehr als Hundert Enkelkinder (die Entwicklungsländer) vor dem Paket und stellen fest, dass da längst nicht genug Spielsachen für alle drin sind. Und nicht nur das: Die Spielsachen sind auch noch völlig altmodisch und un-cool!

Beim letzten Klima-Weihnachtsfest hat Europa dem Rest der Welt 30 Prozent CO2-Reduktion bis 2020 als Ausgangsbasis für die Verhandlungen in Polen und Kopenhagen versprochen. Die Bedingung dafür war, dass auch China, die USA und andere Nationen ihren Beitrag zur Erderwärmung senken. Seit der Finanzkrise hat Europa dieses Ziel nun auf 20 Prozent reduziert. Und auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit, denn die Hälfte dieser 20-Prozent-Reduktionsverpflichtung soll durch Klimaschutzmaßnahmen außerhalb Europas erreicht werden. Das macht dann also nur noch zehn Prozent Reduktion im Euro-Raum. Die Rechnung kommt also zu einem einfachen und ernüchternden Ergebnis. Statt der ursprünglich versprochenen 30 Prozent sind es nur noch zehn. Soviel zum großen Geschenk Europas an das Klima und die Welt.
Falls Sie denken, zehn Prozent ist doch besser als nichts, dann müssen wir daran erinnern, dass Europas Treibhausgasausstoß seit 1990 bis jetzt schon um neun Prozent abgenommen hat (z. B. durch das Zusammenbrechen der Industrien in den ehemals kommunistischen Staaten). Der Rechnungszeitraum für das Reduktionsziel bezieht sich nämlich auf die Gesamtperiode von 1990 bis 2020. Damit bleibt von den ursprünglich angekündigten 30 Prozent nur noch ein mageres Prozent übrig, das die EU-Staaten innerhalb der Grenzen Europas reduzieren müssen - also fast gar nichts mehr - vom Klimavorreiter Europa kann man hier wahrlich nicht mehr sprechen.

Können die Europäer die spürbare Enttäuschung der Entwicklungsländer noch abwenden, und wenn ja, wie? Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie machen es wie die reichen Verwandten aus Amerika, Norwegen und der Schweiz und legen zum Geschenk noch ein bisschen Geld in das Weihnachtsbillet oder sie setzen ihre Klimaschutzziele wieder hoch auf 30 Prozent. Besser wäre die Erhöhung der Ziele, denn damit beweist Europa nicht nur seine Handlungsfähigkeit als Gemeinschaft sondern auch, dass unser hohes Wohlstandsniveau genauso mit viel weniger CO2 gehalten und sogar erhöht werden kann.
Nun bleiben noch zwei Türchen im Adventskalender von Poznan zu öffnen. Und es bleibt weiterhin extrem spannend, was am Freitagabend unter dem Christbaum liegen wird. Stellen sie sich schon mal darauf ein, dass die Bescherung heuer nicht sehr üppig ausfallen wird - auch aber nicht nur wegen der Finanzkrise. Aber vielleicht wird trotzdem die eine oder andere schöne Überraschung dabei sein. Lassen wir uns alle überraschen!
Leicht haben es da die reichen Verwandten aus der Schweiz und aus Norwegen, die wissen, dass man mit einem ordentlichen Geldgeschenk an Heiligabend noch immer ein dankbares Lächeln geerntet hat. Wenig Grund zur Weihnachtshektik hat auch der reiche Onkel aus Amerika. Von ihm wissen alle, dass sein Geschenk von ganz weit her kommt und meist mit Verspätung unter dem Christbaum landet. Umso größer ist dann die Freude, wenn man ein paar Tage nach der Bescherung noch ein frisches Päckchen aufmachen darf, von dem man weiß, dass es aus einem Land stammt, aus dem die tollsten und spannendsten Spielsachen kommen.
Die EU-Familie hingegen wirkt in diesen Tagen wie im totalen Weihnachtsstress. Sie haben der Weltfamilie ein riesengroßes Geschenk versprochen, bei dem die Verpackung höchste Erwartungen geweckt hat. Leider ist es weitgehend leer. Nun stehen mehr als Hundert Enkelkinder (die Entwicklungsländer) vor dem Paket und stellen fest, dass da längst nicht genug Spielsachen für alle drin sind. Und nicht nur das: Die Spielsachen sind auch noch völlig altmodisch und un-cool!
Beim letzten Klima-Weihnachtsfest hat Europa dem Rest der Welt 30 Prozent CO2-Reduktion bis 2020 als Ausgangsbasis für die Verhandlungen in Polen und Kopenhagen versprochen. Die Bedingung dafür war, dass auch China, die USA und andere Nationen ihren Beitrag zur Erderwärmung senken. Seit der Finanzkrise hat Europa dieses Ziel nun auf 20 Prozent reduziert. Und auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit, denn die Hälfte dieser 20-Prozent-Reduktionsverpflichtung soll durch Klimaschutzmaßnahmen außerhalb Europas erreicht werden. Das macht dann also nur noch zehn Prozent Reduktion im Euro-Raum. Die Rechnung kommt also zu einem einfachen und ernüchternden Ergebnis. Statt der ursprünglich versprochenen 30 Prozent sind es nur noch zehn. Soviel zum großen Geschenk Europas an das Klima und die Welt.
Falls Sie denken, zehn Prozent ist doch besser als nichts, dann müssen wir daran erinnern, dass Europas Treibhausgasausstoß seit 1990 bis jetzt schon um neun Prozent abgenommen hat (z. B. durch das Zusammenbrechen der Industrien in den ehemals kommunistischen Staaten). Der Rechnungszeitraum für das Reduktionsziel bezieht sich nämlich auf die Gesamtperiode von 1990 bis 2020. Damit bleibt von den ursprünglich angekündigten 30 Prozent nur noch ein mageres Prozent übrig, das die EU-Staaten innerhalb der Grenzen Europas reduzieren müssen - also fast gar nichts mehr - vom Klimavorreiter Europa kann man hier wahrlich nicht mehr sprechen.
Können die Europäer die spürbare Enttäuschung der Entwicklungsländer noch abwenden, und wenn ja, wie? Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie machen es wie die reichen Verwandten aus Amerika, Norwegen und der Schweiz und legen zum Geschenk noch ein bisschen Geld in das Weihnachtsbillet oder sie setzen ihre Klimaschutzziele wieder hoch auf 30 Prozent. Besser wäre die Erhöhung der Ziele, denn damit beweist Europa nicht nur seine Handlungsfähigkeit als Gemeinschaft sondern auch, dass unser hohes Wohlstandsniveau genauso mit viel weniger CO2 gehalten und sogar erhöht werden kann.
Nun bleiben noch zwei Türchen im Adventskalender von Poznan zu öffnen. Und es bleibt weiterhin extrem spannend, was am Freitagabend unter dem Christbaum liegen wird. Stellen sie sich schon mal darauf ein, dass die Bescherung heuer nicht sehr üppig ausfallen wird - auch aber nicht nur wegen der Finanzkrise. Aber vielleicht wird trotzdem die eine oder andere schöne Überraschung dabei sein. Lassen wir uns alle überraschen!
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>>> Mittwoch, 10.12.2008
Ein Wald ist mehr als viele Bäume
Waldschutz bedeutet Klimaschutz, denn das Abbrennen von Regenwäldern u.a. am Amazonas, in Südostasien, im Kongo, in Ghana und auf den Inseln von Indonesien ist heute für 20 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Daher ist allen 9.000 Verhandlern hier in Poznan klar, dass wir das Fieber des Planeten Erde nur dann senken können, wenn wir die Tropenwaldzerstörung stoppen.

In der heutigen Zeit ist niemand mehr so naiv zu glauben, dass man zum Schutz der Wälder einen Zaun um die Flächen ziehen und den Menschen, deren Existenz vom Wald und seinen Produkten abhängt, die Nutzung der wertvollen Waldressource verbieten kann und darf. Der Naturschutz des 21. Jahrhunderts basiert auf der Überzeugung, dass der Mensch nur die Dinge schützt und nachhaltig und umweltfreundlich bewirtschaftet, wenn sie für ihn einen hohen, existentiellen Wert haben.
Doch Werte allein lassen sich auf dem Weltmarkt leider nicht handeln. Deshalb bemühen sich die Klimaexperten in Poznan den unterschíedlichen Wäldern und Waldtypen dieser Welt einen offiziellen Wert und einen Preis zuzuordnen, der den nachhaltigen Waldschutz rentabler macht als die Abholzung. Die Fakten dieser knallharten Preis-Leistungsdebatte im Waldbereich zeigen, dass es hier um ein Milliardengeschäft und einen völlig neuen Wirtschaftsmarkt geht: Nach Einschätzung der UNO sind ca. 15 Milliarden US-Dollar jährlich notwendig, um die derzeitige Waldzerstörung im Ausmaß von 13 Millionen Fussballfeldern pro Jahr in einem ersten Schritt zu halbieren und damit einen CO2-Ausstoß von 1,4 Millarden Tonnen zu verhindern.

Aus der Perspektive der Klimaexperten definiert sich der Wert des Waldes fast ausschließlich durch die Menge des gespeicherten Kohlenstoffs. Doch ist das wirklich alles, was den Wald und seine Wertigkeit ausmacht? Welche Bedeutung haben Schlagworte wie Biodiversität und Lebensraumvernetzung? Zum Glück steckt der meiste Kohlenstoff in den alten, unberührten Tropenwäldern, die gleichzeitig auch die Schatzkammern der Artenvielfalt sind. In diesem Fall schützt also die Maßeinheit “gespeicherter Kohlenstoff” gleichzeitig auch die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten. Aber welchen Wert haben künstlich geschaffene Wälder wie Plantagen, die eine wichtige Lebensgrundlage für unzählige Menschen dieser Welt darstellen? Und noch wichtiger – wie misst man diese Werte? Hier lässt sich die Maßeinheit in Tonnen CO2 jedenfalls nicht mehr anwenden und das macht die Debatte noch schwieriger.
Wir vom WWF und andere Umweltorganisationen setzen uns in Poznan für ein internationales Klima-Regelwerk ein, das genug Geld für den Erhalt der Wälder zur Verfügung stellt, aber gleichzeitig die wichtigen sozialen und naturschutzfachlichen Aspekte nicht unter den Tisch fallen lässt. Als weltweit tätige Naturschutzorganisation haben wir gelernt, dass nachhaltiger Waldschutz immer auf drei Säulen beruht: gemeinsam mit den Menschen vor Ort (soziale Säule) auf Basis der Umweltschätze alternative Einkommensquellen zu schaffen (ökonomische Säule), damit die Umwelt in ihrer Funktion als Lebensgrundlage erhalten bleibt (ökologische Säule). Daher kämpfen wir dafür, dass die Artenvielfalt, die Rechte der Indigenen Völker und der Erholungswert der Natur ebenfalls einen angemessenen Wert erhalten.
In der heutigen Zeit ist niemand mehr so naiv zu glauben, dass man zum Schutz der Wälder einen Zaun um die Flächen ziehen und den Menschen, deren Existenz vom Wald und seinen Produkten abhängt, die Nutzung der wertvollen Waldressource verbieten kann und darf. Der Naturschutz des 21. Jahrhunderts basiert auf der Überzeugung, dass der Mensch nur die Dinge schützt und nachhaltig und umweltfreundlich bewirtschaftet, wenn sie für ihn einen hohen, existentiellen Wert haben.
Doch Werte allein lassen sich auf dem Weltmarkt leider nicht handeln. Deshalb bemühen sich die Klimaexperten in Poznan den unterschíedlichen Wäldern und Waldtypen dieser Welt einen offiziellen Wert und einen Preis zuzuordnen, der den nachhaltigen Waldschutz rentabler macht als die Abholzung. Die Fakten dieser knallharten Preis-Leistungsdebatte im Waldbereich zeigen, dass es hier um ein Milliardengeschäft und einen völlig neuen Wirtschaftsmarkt geht: Nach Einschätzung der UNO sind ca. 15 Milliarden US-Dollar jährlich notwendig, um die derzeitige Waldzerstörung im Ausmaß von 13 Millionen Fussballfeldern pro Jahr in einem ersten Schritt zu halbieren und damit einen CO2-Ausstoß von 1,4 Millarden Tonnen zu verhindern.
Aus der Perspektive der Klimaexperten definiert sich der Wert des Waldes fast ausschließlich durch die Menge des gespeicherten Kohlenstoffs. Doch ist das wirklich alles, was den Wald und seine Wertigkeit ausmacht? Welche Bedeutung haben Schlagworte wie Biodiversität und Lebensraumvernetzung? Zum Glück steckt der meiste Kohlenstoff in den alten, unberührten Tropenwäldern, die gleichzeitig auch die Schatzkammern der Artenvielfalt sind. In diesem Fall schützt also die Maßeinheit “gespeicherter Kohlenstoff” gleichzeitig auch die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten. Aber welchen Wert haben künstlich geschaffene Wälder wie Plantagen, die eine wichtige Lebensgrundlage für unzählige Menschen dieser Welt darstellen? Und noch wichtiger – wie misst man diese Werte? Hier lässt sich die Maßeinheit in Tonnen CO2 jedenfalls nicht mehr anwenden und das macht die Debatte noch schwieriger.
Wir vom WWF und andere Umweltorganisationen setzen uns in Poznan für ein internationales Klima-Regelwerk ein, das genug Geld für den Erhalt der Wälder zur Verfügung stellt, aber gleichzeitig die wichtigen sozialen und naturschutzfachlichen Aspekte nicht unter den Tisch fallen lässt. Als weltweit tätige Naturschutzorganisation haben wir gelernt, dass nachhaltiger Waldschutz immer auf drei Säulen beruht: gemeinsam mit den Menschen vor Ort (soziale Säule) auf Basis der Umweltschätze alternative Einkommensquellen zu schaffen (ökonomische Säule), damit die Umwelt in ihrer Funktion als Lebensgrundlage erhalten bleibt (ökologische Säule). Daher kämpfen wir dafür, dass die Artenvielfalt, die Rechte der Indigenen Völker und der Erholungswert der Natur ebenfalls einen angemessenen Wert erhalten.
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>>> Dienstag, 09.12.2008
Aus dem Wartezimmer des Klimaschutzes
Stellen Sie sich vor, Sie planen mit Ihren Freunden ein Abendessen und gehen gemeinsam ohne Rezept und Menüplan in den Supermarkt - in der Hoffnung auf die zündende Idee während des Einkaufs. Sie sind sich also einig über den Wunsch eines gemeinsamen Abendessens, aber dann traut sich niemand so recht zu sagen, auf was man Appetit hat und wie das Menü aussehen soll. Wenn in einer solchen Situation niemand mit einem konkreten Vorschlag kommt, dann endet der Abend höchstwahrscheinlich mit einer Kalten Platte oder in einem Fast Food Restaurant. Bitte beachten Sie bei diesem Beispiel, dass Sie einen sehr großen Freundeskreis von 190 Staaten haben, deren Menüwünsche sich von der veganen über die vegetarische bis zur rein fleischlichen Küche erstrecken. Darüber hinaus liegt der Anteil an Allergikern weit über 50 Prozent. Viel Spaß beim Kochen! So ähnlich ist das Gefühl auf der Klimakonferenz in Poznan dieser Tage.

Im dichten Nebel von Poznan wurde am Montag der Startschuss für die zweite Woche der 14. UNO Klimakonferenz gegeben. Die Delegierten und Journalisten hier haben die Nebelscheinwerfer eingeschalten und suchen nach Zeichen der Klimahoffnung. Sie suchen nach Nationen und Personen, die im Rennen gegen die Erderwärmung aufs Gaspedal drücken. Doch obwohl der Startschuss zum wichtigsten Klimarennen des Jahres längst gefallen ist, traut sich niemand wirklich loszulaufen. Stattdessen blickt man suchend zum Nachbarn und schaut ins Leere. Die einen stolpern gerade über ihre eigenen Schnürsenkel (Europa), die anderen haben noch nicht mal ihre Laufschuhe an (USA) und wiederum andere fragen sich „Welches Klima, welches Rennen?”

Trotz allem Sinn für Humor ziehen die TeilnehmerInnen dieser Konferenz nach einer Woche Verhandlungen bislang eine eher triste Bilanz, die die Frage aufwirft, was die Regierungen dieser Welt seit der letzten Klimakonferenz in Bali eigentlich gemacht haben? Den globalen CO2-Daten der UNO ist zu entnehmen, dass der weltweite CO2-Ausstoß seit Bali gestiegen statt gesunken ist. Und es gibt noch immer keinen offiziellen Verhandlungstext, über den man entscheiden könnte.
Nun zu den harten Fakten: Alle warten hier auf Obama und das EU-Klimapaket. Von Obama weiß man, dass er, soweit bisher bekannt, nur der amerikanische Präsident, aber nicht der liebe Gott ist und man daher die Erwartungen trotz sehr positiver Signale nicht zu hoch stecken sollte. Von der EU wiederum weiß man, dass die Staats- und Regierungschefs erst am Donnerstag in Brüssel entscheiden, wieviel an technischer Unterstützung und wieviel Finanzhilfe für Entwicklungsländer von Seiten der EU-Umweltminister hier in Polen auf den Tisch gelegt werden kann.

Doch während die großen, reichen Nationen wie beim Pokerspiel alle Karten zurückhalten und auf Zeit spielen, warten die Entwicklungsnationen dringend auf konkrete Antworten und klare Positionen. Diese ungedulige Haltung der Entwicklungsländer – die sogenannten G 77-Staaten – ist verständlich da die Industrienationen die Verantwortung für 80 Prozent der bisherigen Erderwärmung von 0,7 Grad Celsius tragen. Wenn diese Nationen nicht bald Führungstärke beweisen und ihren mächtigen Versprechen Taten folgen lassen, dann drohen diese Verhandlungen so wie auch die WTO-Verhandlungen über den Welthandel in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Im Oktober 2008 haben beispielsweise Brasilien, China und andere G 77 Staaten konkrete Pläne zum Schutz ihrer Tropenwälder sowie entsprechende Finanzierungsvorschläge vorgelegt. Sie warten bis heute auf eine Antwort. Der Unmut steigt spürbar. Doch in all diesem Warten gibt es nach wie vor Hoffnung und für Resignation ist es definitiv zu früh, denn immerhin sitzen hier 9.000 der besten Klimaexperten der Welt. Sie alle vereint ein Ziel: Die globalen CO2-Emissionen bis 2050 zu halbieren und den Kindern dieser Welt einen cooleren Planeten zu übergeben, in dem es noch Gletscher, Eisbären und Wälder gibt.
Im dichten Nebel von Poznan wurde am Montag der Startschuss für die zweite Woche der 14. UNO Klimakonferenz gegeben. Die Delegierten und Journalisten hier haben die Nebelscheinwerfer eingeschalten und suchen nach Zeichen der Klimahoffnung. Sie suchen nach Nationen und Personen, die im Rennen gegen die Erderwärmung aufs Gaspedal drücken. Doch obwohl der Startschuss zum wichtigsten Klimarennen des Jahres längst gefallen ist, traut sich niemand wirklich loszulaufen. Stattdessen blickt man suchend zum Nachbarn und schaut ins Leere. Die einen stolpern gerade über ihre eigenen Schnürsenkel (Europa), die anderen haben noch nicht mal ihre Laufschuhe an (USA) und wiederum andere fragen sich „Welches Klima, welches Rennen?”
Trotz allem Sinn für Humor ziehen die TeilnehmerInnen dieser Konferenz nach einer Woche Verhandlungen bislang eine eher triste Bilanz, die die Frage aufwirft, was die Regierungen dieser Welt seit der letzten Klimakonferenz in Bali eigentlich gemacht haben? Den globalen CO2-Daten der UNO ist zu entnehmen, dass der weltweite CO2-Ausstoß seit Bali gestiegen statt gesunken ist. Und es gibt noch immer keinen offiziellen Verhandlungstext, über den man entscheiden könnte.
Nun zu den harten Fakten: Alle warten hier auf Obama und das EU-Klimapaket. Von Obama weiß man, dass er, soweit bisher bekannt, nur der amerikanische Präsident, aber nicht der liebe Gott ist und man daher die Erwartungen trotz sehr positiver Signale nicht zu hoch stecken sollte. Von der EU wiederum weiß man, dass die Staats- und Regierungschefs erst am Donnerstag in Brüssel entscheiden, wieviel an technischer Unterstützung und wieviel Finanzhilfe für Entwicklungsländer von Seiten der EU-Umweltminister hier in Polen auf den Tisch gelegt werden kann.
Doch während die großen, reichen Nationen wie beim Pokerspiel alle Karten zurückhalten und auf Zeit spielen, warten die Entwicklungsnationen dringend auf konkrete Antworten und klare Positionen. Diese ungedulige Haltung der Entwicklungsländer – die sogenannten G 77-Staaten – ist verständlich da die Industrienationen die Verantwortung für 80 Prozent der bisherigen Erderwärmung von 0,7 Grad Celsius tragen. Wenn diese Nationen nicht bald Führungstärke beweisen und ihren mächtigen Versprechen Taten folgen lassen, dann drohen diese Verhandlungen so wie auch die WTO-Verhandlungen über den Welthandel in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Im Oktober 2008 haben beispielsweise Brasilien, China und andere G 77 Staaten konkrete Pläne zum Schutz ihrer Tropenwälder sowie entsprechende Finanzierungsvorschläge vorgelegt. Sie warten bis heute auf eine Antwort. Der Unmut steigt spürbar. Doch in all diesem Warten gibt es nach wie vor Hoffnung und für Resignation ist es definitiv zu früh, denn immerhin sitzen hier 9.000 der besten Klimaexperten der Welt. Sie alle vereint ein Ziel: Die globalen CO2-Emissionen bis 2050 zu halbieren und den Kindern dieser Welt einen cooleren Planeten zu übergeben, in dem es noch Gletscher, Eisbären und Wälder gibt.
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>>> Montag, 08.12.2008
Ist das Weltklima noch zu retten?
Gibt es einen Fortschritt auf der Klimakonferenz in Poznan im Vergleich zur Konferenz von Bali im Dezember 2007? "Der Klimaschutz hat gewonnen", jubelte mein geschätzter Greenpeace-Kollege Bernhard Obermayer vor einem Jahr über den Ausgang der Klimaschutzverhandlungen auf der Konferenz in Bali 2007: In der Tat war die Klimakonferenz dort ein Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen globalen Klimaschutzabkommen. Die großen Nationen dieser Welt inklusive der USA haben sich in Bali darauf geeinigt, den globalen CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren und damit die Empfehlungen des UNO-Weltklimarates IPCC anerkannt.

2007 war ein gutes Jahr für den Klimaschutz - das Thema stand ganz oben auf der politischen Agenda. Die EU beschloss Anfang 2007 ein ehrgeiziges Klimapaket und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel winkte der Welt im roten Anorak demonstrativ aus der Arktis zu, um zu zeigen, dass Deutschland und Europa im Klimaschutz bis an die äußerste Grenze des Möglichen gehen würden. Doch das war gestern. Das war vor der Finanzkrise, vor den Teuerungswellen bei Lebensmitteln und Energiepreisen und vor der großen Angst vor einer weltweiten Rezession und massiven Arbeitsplatzverlusten. Doch nun herrscht unter Europas Klimapolitikern Katerstimmung.

Vom "Klimaschutz in der Krise" spricht nun auch der STANDARD . Und in der Tat haben die EU-Staaten im vergangenen Monat gewaltige Abstriche von Ihrem eigenen Führungsanspruch im internationalen Klimaschutz gemacht: Industriebetriebe wie die VOEST sollen europaweit das Klima nun wieder gratis verschmutzen dürfen, die CO2-Reduktionsziele in der EU werden von 30 Prozent auf 20 Prozent nach unten korrigiert und die PKW in der EU werden nach den jüngsten Beschlüssen in Brüssel erst 2015 Sprit sparend fahren, statt bereits 2012. Auch die deutsche Kanzlerin Merkel spricht nur mehr selten vom Klimaschutz - dafür umso mehr von den Arbeitsplätzen bei Daimler, Opel und Co.
Diese Schockreaktion der EU-Politik auf die Finanzkrise ist verständlich, aber falsch. In Zeiten der Krise sucht die Politik Sicherheit im Altbewährten. Das Hemd scheint näher als der Rock, doch ohne Rock gibt es angesichts des drohenden harten Klimawinters im 21. Jahrhundert auch kein Überleben! In Zeiten der Krise sinkt die Innovations- und Risikobereitschaft. Doch mit ihrem Rückzug vom Klimaschutz angesichts der Finanzkrise macht die Politik genau das Verkehrte.
Denn die Preise für Gas und Strom steigen trotz Finanzkrise unvermindert weiter (in Wien um 20 Prozent), der Ölpreis wird nach dem Zwischentief der vergangenen Monate bald wieder in die Höhe gehen und die Menschen werden auch in Zukunft nicht mehr so viele großspurige Spritfresser kaufen wie zuletzt. Wer jetzt also bei Energiesparmaßnahmen, Effizienzzielen und beim Ausbau der grünen Energien auf die Pause-Taste drückt, der schadet der Bevölkerung und der Wirtschaft. Denn nur Unternehmen, die sich den neuen Herausforderungen in Sachen Klima- und Energiepreisen stellen, werden langfristig erfolgreich sein. Energiesparen ist gut für das Klima und den eigenen Geldbeutel. Wer weniger für Heizung und Benzin ausgeben muss, der hat mehr Geld für Weihnachtsgeschenke.

Barack Obama und die USA haben erkannt, dass Klimaschutz und die Schaffung von Arbeitsplätzen nicht nur vereinbar sind, sondern zwei Seiten der Medaille in der heutigen Zeit sind. Der neue Präsident hat bereits angekündigt, den CO2-Ausstoß der USA bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren. Obama will Amerika vor der Klimakatastrophe schützen und gleichzeitig vor steigenden Ölpreisen bewahren. Dafür will er fünf Millionen grüne Arbeitsplätze schaffen und grüne Technologien "Made in USA" in die ganze Welt exportieren. Klug von der europäischen Klima- und Wirtschaftspolitik wäre es jetzt, statt einen Gang zurück, zwei Gänge nach vorn zu schalten, damit grüne Klimajobs auch hier entstehen und die Menschen in der EU vor steigenden Energiepreisen geschützt werden.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass Europa seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ganz vorne mit spielt. Wir dürfen jetzt die Chance nicht verspielen, gemeinsam mit den USA aufs Tempo zu drücken. Daher appellieren wir an die EU: Schluss mit der Zauderei - der Klimawandel wartet nicht auf uns - hier geht es um Entscheidungen von Bedeutung für die ganze Welt!
2007 war ein gutes Jahr für den Klimaschutz - das Thema stand ganz oben auf der politischen Agenda. Die EU beschloss Anfang 2007 ein ehrgeiziges Klimapaket und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel winkte der Welt im roten Anorak demonstrativ aus der Arktis zu, um zu zeigen, dass Deutschland und Europa im Klimaschutz bis an die äußerste Grenze des Möglichen gehen würden. Doch das war gestern. Das war vor der Finanzkrise, vor den Teuerungswellen bei Lebensmitteln und Energiepreisen und vor der großen Angst vor einer weltweiten Rezession und massiven Arbeitsplatzverlusten. Doch nun herrscht unter Europas Klimapolitikern Katerstimmung.
Vom "Klimaschutz in der Krise" spricht nun auch der STANDARD . Und in der Tat haben die EU-Staaten im vergangenen Monat gewaltige Abstriche von Ihrem eigenen Führungsanspruch im internationalen Klimaschutz gemacht: Industriebetriebe wie die VOEST sollen europaweit das Klima nun wieder gratis verschmutzen dürfen, die CO2-Reduktionsziele in der EU werden von 30 Prozent auf 20 Prozent nach unten korrigiert und die PKW in der EU werden nach den jüngsten Beschlüssen in Brüssel erst 2015 Sprit sparend fahren, statt bereits 2012. Auch die deutsche Kanzlerin Merkel spricht nur mehr selten vom Klimaschutz - dafür umso mehr von den Arbeitsplätzen bei Daimler, Opel und Co.
Diese Schockreaktion der EU-Politik auf die Finanzkrise ist verständlich, aber falsch. In Zeiten der Krise sucht die Politik Sicherheit im Altbewährten. Das Hemd scheint näher als der Rock, doch ohne Rock gibt es angesichts des drohenden harten Klimawinters im 21. Jahrhundert auch kein Überleben! In Zeiten der Krise sinkt die Innovations- und Risikobereitschaft. Doch mit ihrem Rückzug vom Klimaschutz angesichts der Finanzkrise macht die Politik genau das Verkehrte.
Denn die Preise für Gas und Strom steigen trotz Finanzkrise unvermindert weiter (in Wien um 20 Prozent), der Ölpreis wird nach dem Zwischentief der vergangenen Monate bald wieder in die Höhe gehen und die Menschen werden auch in Zukunft nicht mehr so viele großspurige Spritfresser kaufen wie zuletzt. Wer jetzt also bei Energiesparmaßnahmen, Effizienzzielen und beim Ausbau der grünen Energien auf die Pause-Taste drückt, der schadet der Bevölkerung und der Wirtschaft. Denn nur Unternehmen, die sich den neuen Herausforderungen in Sachen Klima- und Energiepreisen stellen, werden langfristig erfolgreich sein. Energiesparen ist gut für das Klima und den eigenen Geldbeutel. Wer weniger für Heizung und Benzin ausgeben muss, der hat mehr Geld für Weihnachtsgeschenke.
Barack Obama und die USA haben erkannt, dass Klimaschutz und die Schaffung von Arbeitsplätzen nicht nur vereinbar sind, sondern zwei Seiten der Medaille in der heutigen Zeit sind. Der neue Präsident hat bereits angekündigt, den CO2-Ausstoß der USA bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren. Obama will Amerika vor der Klimakatastrophe schützen und gleichzeitig vor steigenden Ölpreisen bewahren. Dafür will er fünf Millionen grüne Arbeitsplätze schaffen und grüne Technologien "Made in USA" in die ganze Welt exportieren. Klug von der europäischen Klima- und Wirtschaftspolitik wäre es jetzt, statt einen Gang zurück, zwei Gänge nach vorn zu schalten, damit grüne Klimajobs auch hier entstehen und die Menschen in der EU vor steigenden Energiepreisen geschützt werden.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass Europa seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ganz vorne mit spielt. Wir dürfen jetzt die Chance nicht verspielen, gemeinsam mit den USA aufs Tempo zu drücken. Daher appellieren wir an die EU: Schluss mit der Zauderei - der Klimawandel wartet nicht auf uns - hier geht es um Entscheidungen von Bedeutung für die ganze Welt!
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>>> Sonntag, 07.12.2008
Globaler Klimapakt dringend nötig
Die Fieberkurve des Planeten Erde zeigt derzeit eine um 0,7 Grad Celsius erhöhte Temperatur. Ein weiteres halbes Grad an Erwärmung ist bereits vorprogrammiert, denn der CO2-Gehalt der Atmosphäre ist heute der höchste seit 600.000 Jahren. Doch trotz aller Warnungen von Umwelt- und Klimaschutzorganisationen und Wissenschaftlern steigt der CO2-Ausstoß weltweit nach wie vor an. Der globale CO2-Ausstoß ist trotz des Kyoto-Abkommens von 1997 höher als jemals zuvor.
Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem unser Klimasystem außer Kontrolle gerät; so wie es gerade auch mit unserem weltweiten Finanzsystem geschehen ist. So wie beim Finanzgipfel in Washington sind die mächtigsten Regierungen dieser Welt auf der Klimakonferenz in Poznan dazu aufgerufen, dieser Tage einen globalen Klimapakt zu beschließen, der die Treibhausgase bis 2050 halbiert.
Um dies zu erreichen, müssen bis 2050 weltweit mehr als eine Million Windräder gebaut werden. Die Autos auf dem gesamten Planeten müssen mit derselben Tankfüllung doppelt so weit fahren können wie heute. Wir müssen Millionen von Häuser bauen, die keine Energie mehr brauchen und tausende Kraftwerke, die kein CO2 mehr ausstoßen. Nicht zuletzt muss in Poznan ein politischer Rahmen geschaffen werden, der die Tropenwaldzerstörung und die Umwandlung von Wald in Sojaplantagen stoppt.

Der WWF ist mit einer großen Delegation in Poznan als Beobachter mit dabei. Unsere Rolle dort lässt sich auf vier wichtige Punkte zusammenfassen.
Erstens sorgen wir gemeinsam mit anderen Nicht-Regierungsorganisationen für Transparenz. Wir tun dies, indem wir genau schauen, ob die Vertreter der großen Staaten vor der Kamera dasselbe sagen wie dann in den entscheidenden Verhandlungen hinter den Kulissen. Falls dies nicht der Fall ist, informieren wir die Medien.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Unterstützung für jene Staaten und Politiker, die sich konstruktiv verhalten. Diese werden von den NGOs in manchen Fällen sogar öffentlich gelobt. Wir nutzen die Glaubwürdigkeit und Bekanntheit unserer Organisation, um jenen den Rücken zu stärken, die unsere Ziele für die Zukunft dieses Planeten teilen.
Die dritte große Aufgabe ist unsere fachliche Unterstützung der Verhandlungen, denn als global agierende Organisation wissen wir manchmal besser, wie man den Regenwald schützt, als kleinere Länder.
Der vierte und letzte große Punkt ist die Unterstützung für die Entwicklungsländer, die oftmals nicht die notwendigen Kapazitäten an Zeit und Personal haben, um diese hochkomplexen politischen Verhandlungen in Echtzeit zu verfolgen.

Um die Weltöffentlichkeit aufzurütteln, organisieren wir direkt vor Ort auch Aktionen. So demonstrierten am Freitag Schiakrobaten in Poznan um auf die Bedrohung des Wintersports aufmerksam zu machen. Die Gletscher gehen zurück und die Schneegrenze steigt. Das betrifft nicht nur die Schiorte in Österreich sondern die Sportindustrie weltweit. Unser Olympiasieger und langjähriger Weltrekordhalter im Schifliegen Toni Innauer war einer der ersten Sportler, der den WWF-Appell an die Regierungsvertreter unterzeichnet hat.
Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem unser Klimasystem außer Kontrolle gerät; so wie es gerade auch mit unserem weltweiten Finanzsystem geschehen ist. So wie beim Finanzgipfel in Washington sind die mächtigsten Regierungen dieser Welt auf der Klimakonferenz in Poznan dazu aufgerufen, dieser Tage einen globalen Klimapakt zu beschließen, der die Treibhausgase bis 2050 halbiert.
Um dies zu erreichen, müssen bis 2050 weltweit mehr als eine Million Windräder gebaut werden. Die Autos auf dem gesamten Planeten müssen mit derselben Tankfüllung doppelt so weit fahren können wie heute. Wir müssen Millionen von Häuser bauen, die keine Energie mehr brauchen und tausende Kraftwerke, die kein CO2 mehr ausstoßen. Nicht zuletzt muss in Poznan ein politischer Rahmen geschaffen werden, der die Tropenwaldzerstörung und die Umwandlung von Wald in Sojaplantagen stoppt.
Der WWF ist mit einer großen Delegation in Poznan als Beobachter mit dabei. Unsere Rolle dort lässt sich auf vier wichtige Punkte zusammenfassen.
Erstens sorgen wir gemeinsam mit anderen Nicht-Regierungsorganisationen für Transparenz. Wir tun dies, indem wir genau schauen, ob die Vertreter der großen Staaten vor der Kamera dasselbe sagen wie dann in den entscheidenden Verhandlungen hinter den Kulissen. Falls dies nicht der Fall ist, informieren wir die Medien.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Unterstützung für jene Staaten und Politiker, die sich konstruktiv verhalten. Diese werden von den NGOs in manchen Fällen sogar öffentlich gelobt. Wir nutzen die Glaubwürdigkeit und Bekanntheit unserer Organisation, um jenen den Rücken zu stärken, die unsere Ziele für die Zukunft dieses Planeten teilen.
Die dritte große Aufgabe ist unsere fachliche Unterstützung der Verhandlungen, denn als global agierende Organisation wissen wir manchmal besser, wie man den Regenwald schützt, als kleinere Länder.
Der vierte und letzte große Punkt ist die Unterstützung für die Entwicklungsländer, die oftmals nicht die notwendigen Kapazitäten an Zeit und Personal haben, um diese hochkomplexen politischen Verhandlungen in Echtzeit zu verfolgen.
Um die Weltöffentlichkeit aufzurütteln, organisieren wir direkt vor Ort auch Aktionen. So demonstrierten am Freitag Schiakrobaten in Poznan um auf die Bedrohung des Wintersports aufmerksam zu machen. Die Gletscher gehen zurück und die Schneegrenze steigt. Das betrifft nicht nur die Schiorte in Österreich sondern die Sportindustrie weltweit. Unser Olympiasieger und langjähriger Weltrekordhalter im Schifliegen Toni Innauer war einer der ersten Sportler, der den WWF-Appell an die Regierungsvertreter unterzeichnet hat.
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